Nicht nur wissen, was geschah. Sehen, wann es geschah – und was davor, daneben und danach lag.
Epochen, Ereignisse, Herrschaft und historische Entwicklungen erhalten ihren Platz auf einem gemeinsamen Zeitstrahl. Jeder Punkt führt tiefer in das NorseStory-Wissensarchiv.
Geschichte besteht nicht aus einzelnen Jahreszahlen. Sie besteht aus Entwicklungen, Begegnungen, Konflikten und Übergängen, die sich überschneiden und aufeinander aufbauen.
Die Zeitlinie ordnet ausgewählte Inhalte aus dem NorseStory-Wissensarchiv chronologisch ein. Ungefähre, traditionelle oder unsichere Datierungen bleiben als solche erkennbar. Die Visualisierung schafft Orientierung – sie ersetzt nicht die historische Einordnung im verknüpften Artikel.
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NorseStory arbeitet nahezu täglich an der Erweiterung. Neue Ereignisse, Entwicklungen, Herrschaftszeiten und historische Zusammenhänge kommen Schritt für Schritt hinzu.
Geschichte des Nordens
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Besiedlung / Migration
ca. 450–spätes 10. Jahrhundert
Uppåkra bleibt ein überregionales Macht- und Handelszentrum
Uppåkra in Schonen ist bereits seit Jahrhunderten besiedelt und bleibt vom 5. Jahrhundert bis in die späte Eisenzeit eines der bedeutendsten Zentren Südskandinaviens. Archäologische Befunde zeigen politische und religiöse Zentralfunktionen, spezialisiertes Handwerk und weiträumige Handelskontakte. Erst gegen Ende des 10. Jahrhunderts verliert der Platz seine herausragende Stellung.
Archäologischer Befund
ca. 500–900
Borg auf den Lofoten als Häuptlingssitz
Das außergewöhnlich große Langhaus von Borg auf den Lofoten zeugt von einem bedeutenden lokalen Machtzentrum. Funde weisen auf politische Repräsentation, Handel und große gemeinschaftliche Gelage hin.
Handel / Wirtschaft
6.–8. Jahrhundert
Helgö als Zentrum des Fernhandels
Helgö im Mälarsee entwickelt sich zu einem bedeutenden Handels- und Handwerksplatz. Funde aus weit entfernten Regionen zeigen, dass Mittelschweden bereits vor der Wikingerzeit in weitreichende Austauschnetze eingebunden war.
Entwicklung
ca. 550
Beginn der Vendelzeit
In Mittelschweden beginnt eine archäologische Epoche, die durch reich ausgestattete Elitegräber, weitreichende Kontakte und neue Formen herrschaftlicher Repräsentation geprägt ist.
Archäologischer Befund
ca. 550–1050
Die Bootsgräber von Valsgärde
Über mehrere Jahrhunderte werden bei Valsgärde nahe Gamla Uppsala Angehörige einer gesellschaftlichen Elite in reich ausgestatteten Bootsgräbern bestattet. Waffen, Tiere und kostbare Beigaben geben außergewöhnliche Einblicke in Status und Bestattungskultur.
Archäologischer Befund
ca. 550–800
Die Elitegräber von Vendel
Reich ausgestattete Bootsgräber mit Waffen, Helmen, Pferdegeschirr und kostbaren Beigaben geben der Vendelzeit ihren Namen. Sie zeigen eine ausgeprägte Elitekultur im mittelschwedischen Raum.
Bauwerk / Monument
6. Jahrhundert
Die großen Grabhügel von Gamla Uppsala
In Gamla Uppsala entstehen monumentale Grabhügel, deren Dimensionen von erheblicher Macht und verfügbaren Ressourcen zeugen. Sie prägen den Ort bis heute als eines der bedeutendsten Zentren des vorchristlichen Skandinaviens.
Religion / Christianisierung
ca. 550–800
Gamla Uppsala als politisches und kultisches Zentrum
Monumentale Grabhügel, große Hallen und weitere archäologische Befunde zeigen Gamla Uppsalas herausgehobene Stellung während der Vendelzeit. Welche konkreten vorchristlichen Rituale dort stattfanden, lässt sich dagegen nur teilweise rekonstruieren.
Besiedlung / Migration
ca. 6.–10. Jahrhundert
Lejre als Machtzentrum und möglicher Königssitz
Lejre auf Seeland entwickelt sich in der späten Eisenzeit zu einem außergewöhnlichen Machtzentrum. Monumentale Hallen und reiche Funde sprechen für einen über Jahrhunderte genutzten Elitesitz, der wahrscheinlich eng mit früher dänischer Königsherrschaft verbunden war. Spätere Überlieferungen machten Lejre zusätzlich zum Schauplatz legendärer Könige.
Quelle / Überlieferung
ca. 550
Prokopios berichtet über Thule
Der oströmische Geschichtsschreiber Prokopios berichtet über das ferne „Thule“ und verschiedene Bevölkerungsgruppen des Nordens. Seine Darstellung gehört zu den wichtigen schriftlichen Außenperspektiven auf Skandinavien im 6. Jahrhundert.
Quelle / Überlieferung
551
Jordanes beschreibt die Insel Scandza
Jordanes nennt in seiner Getica zahlreiche Bevölkerungsgruppen einer nördlichen Insel namens Scandza. Seine Angaben sind quellenkritisch zu lesen, gehören aber zu den wichtigsten schriftlichen Nachrichten über Skandinavien im 6. Jahrhundert.
Besiedlung / Migration
ca. 650–850
Skandinavische Siedlung bei Grobiņa
An der heutigen lettischen Ostseeküste entsteht bei Grobiņa eine dauerhaft skandinavisch geprägte Siedlungslandschaft neben der kurischen Bevölkerung. Gräberfelder und weitere archäologische Befunde belegen skandinavische Präsenz bereits lange vor dem klassischen Beginn der Wikingerzeit und machen Grobiņa zu einem wichtigen frühen Beispiel nordischer Expansion über die Ostsee.
Kultur / Gesellschaft
ca. 700–800
Das jüngere Futhark setzt sich durch
Das ältere Runenalphabet mit 24 Zeichen wird in Skandinavien schrittweise durch das jüngere Futhark mit nur noch 16 Runen abgelöst. Diese Veränderung prägt die Runenschrift der folgenden Jahrhunderte.
Gründung
ca. 705
Ribe entsteht als Handelsplatz
An der dänischen Nordseeküste entwickelt sich Ribe zu einem frühen Handels- und Handwerkszentrum. Der Platz gehört zu den frühesten urban geprägten Siedlungen Skandinaviens.
Religion / Christianisierung
um 710
Willibrords Missionsversuch bei den Dänen
Der angelsächsische Missionar Willibrord versucht nach späterer Überlieferung, bei den Dänen zu missionieren. Ein dauerhafter Durchbruch der Christianisierung gelingt zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Bauwerk / Monument
726
Der Kanhave-Kanal auf Samsø
Auf der dänischen Insel Samsø wird ein künstlicher Kanal angelegt, der Schiffen eine schnelle Passage durch die Insel ermöglicht. Das Bauwerk weist auf organisierte Arbeitskraft und strategische Kontrolle maritimer Verkehrswege hin.
Handel / Wirtschaft
8. Jahrhundert–808
Reric entwickelt sich zum Ostsee-Handelsplatz
An der Wismarer Bucht entwickelt sich im 8. Jahrhundert ein bedeutender Handels- und Handwerksplatz, der mit hoher Wahrscheinlichkeit dem in fränkischen Quellen genannten Reric entspricht. Der multikulturell geprägte Platz besitzt starke skandinavische Verbindungen. 808 lässt König Gudfred Reric zerstören beziehungsweise auflösen und Händler nach Sliesthorp, dem späteren Haithabu, bringen.
Bauwerk / Monument
737
Das Danewerk wird massiv ausgebaut
Die Befestigungsanlagen an der südlichen Grenze des dänischen Raumes werden erheblich erweitert. Das Danewerk zeigt, dass bereits vor der klassischen Wikingerzeit große militärische und organisatorische Projekte umgesetzt werden konnten.
Besiedlung / Migration
8.–10. Jahrhundert
Aros entwickelt sich zum Handels- und Siedlungszentrum
Im Gebiet des heutigen Aarhus entsteht während der Wikingerzeit die Siedlung Aros. Archäologische Befunde reichen in das 8. Jahrhundert zurück; ihre günstige Lage an der Ostküste Jütlands fördert Handel und dauerhafte Besiedlung. Im Verlauf der Wikingerzeit entwickelt sich Aros zu einem befestigten urbanen Zentrum.
Gründung
ca. 750
Birka entwickelt sich zum Handelszentrum
Auf Björkö im Mälarsee entsteht Birka. Der Handelsplatz verbindet Skandinavien später mit Netzwerken nach Westen, Osten und Süden und wird zu einem der wichtigsten Zentren des frühmittelalterlichen Nordens.
Archäologischer Befund
ca. 750
Die Salme-Schiffsbestattungen
Auf Saaremaa werden zwei Schiffe mit insgesamt mindestens 41 gewaltsam ums Leben gekommenen Männern bestattet. Isotopen- und Fundanalysen weisen überwiegend auf Herkunft aus dem schwedischen Mälarraum. Salme gehört zu den wichtigsten Befunden für skandinavische Seefahrt und bewaffnete Unternehmungen unmittelbar vor der klassischen Wikingerzeit.
Handel / Wirtschaft
8.–Mitte 9. Jahrhundert
Dorestad verbindet den Kontinent mit der nordischen Handelswelt
Das fränkisch-friesische Dorestad gehört zu den größten Handelsplätzen des frühmittelalterlichen Nordwesteuropas. Über das Rhein- und Nordseenetz ist der Ort eng mit skandinavischen Handelsräumen verbunden. Seine wirtschaftliche Bedeutung erklärt, weshalb Dorestad im 9. Jahrhundert wiederholt Ziel nordischer Angriffe wird.
Archäologischer Befund
ca. 750–1100
Gotländische Bildsteine bewahren Szenen der nordischen Vorstellungswelt
Die jüngeren gotländischen Bildsteine zeigen Schiffe, Reiter, Empfangsszenen, Kämpfe und andere Motive, die wichtige archäologische Bildquellen für Seefahrt, Erinnerungskultur und religiöse Vorstellungen der Vendel- und Wikingerzeit darstellen.
Besiedlung / Migration
ab ca. 750
Skandinavische Präsenz in Staraja Ladoga
Archäologische Funde belegen frühe skandinavische Kontakte und zeitweilige Ansiedlung im Gebiet von Staraja Ladoga. Der Ort entwickelt sich zu einem wichtigen Knotenpunkt auf den Handelswegen zwischen Ostsee und osteuropäischem Binnenland.
Schlacht / Angriff
789
Gewaltsame Begegnung bei Portland
Die Angelsächsische Chronik berichtet von Schiffen aus dem Norden, deren Besatzung an der Küste von Dorset mit einem königlichen Amtsträger zusammentrifft. Der Beamte wird getötet – eine der frühesten schriftlich überlieferten gewaltsamen Begegnungen dieser Art in England.
Schlacht / Angriff
793
Überfall auf das Kloster Lindisfarne
Seefahrer aus Skandinavien überfallen das Kloster Lindisfarne vor der nordostenglischen Küste. Die Verwüstung des bedeutenden religiösen Zentrums erschüttert Zeitgenossen und wird später zu einem symbolischen Ausgangspunkt der Wikingerzeit.
Schlacht / Angriff
794
Angriff auf Jarrow
Bereits ein Jahr nach Lindisfarne wird auch das Kloster Jarrow an der nordenglischen Küste angegriffen. Die Ereignisse zeigen, dass die Überfälle auf religiöse Zentren keine einmalige Erscheinung bleiben.
Schlacht / Angriff
795
Angriffe auf Rechru und Scí
Irische Annalen berichten von Angriffen auf Rechru und Scí. Die Einträge gehören zu den frühesten schriftlichen Zeugnissen für das Auftreten skandinavischer Angreifer im irischen und westschottischen Raum.
Schlacht / Angriff
795
Erste überlieferte Angriffe an Irlands Küsten
Gegen Ende des 8. Jahrhunderts erreichen skandinavische Gruppen die irische Küstenwelt. Besonders Klöster und Inselgemeinschaften geraten in den folgenden Jahrzehnten wiederholt in den Mittelpunkt der Angriffe.
Handel / Wirtschaft
9.–10. Jahrhundert
Die Wolgaroute verbindet Ostsee und Kaspisches Meer
Über die Wolga und ihre Zuflüsse sind die Ostseegebiete mit Wolgabulgarien, dem Kaspischen Raum und den Märkten der islamischen Welt verbunden. Arabische Silbermünzen und schriftliche Berichte machen die enorme Reichweite dieser Handelskontakte sichtbar.
Person / Lebenszeit
8./9. Jahrhundert – nach 826
Harald Klak
Der dänische Herrscher Harald Klak ist vor allem durch fränkische Quellen greifbar. Seine wechselnden Machtkämpfe und seine Taufe im Jahr 826 verbinden ihn unmittelbar mit der Politik des Karolingerreiches.
Politik / Vertrag / Bündnis
um 800
Karl der Große verstärkt die Nordseeküste
Das Frankenreich reagiert auf die zunehmende Bedrohung seiner nördlichen Küsten und Flussmündungen. Unter Karl dem Großen werden Schutz und Beobachtung der Küstenregionen verstärkt.
Handel / Wirtschaft
ca. 800–930
Kaupang als Handelsplatz
Kaupang am Oslofjord entwickelt sich zu einem der bedeutendsten bekannten Handelsplätze des frühen mittelalterlichen Norwegens. Handwerk, Warenimporte und Münzfunde zeigen seine Einbindung in überregionale Netzwerke.
Besiedlung / Migration
spätes 8.–10. Jahrhundert
Odense entwickelt sich bereits vor 988 zum urbanen Zentrum
Archäologische Befunde zeigen in Odense seit dem späten 8. Jahrhundert dauerhafte Aktivitäten; spätestens um 900 lässt sich eine eigentliche städtische Entwicklung diskutieren. Die schriftliche Ersterwähnung von 988 ist daher keine Gründung der Stadt.
Person / Lebenszeit
801–865
Ansgar
Ansgar gehört zu den wichtigsten frühen christlichen Missionaren im Norden. Seine Reisen nach Dänemark und Birka sowie sein Wirken als Erzbischof sind vor allem durch die von Rimbert verfasste Vita Anskarii überliefert.
Schlacht / Angriff
802
Iona wird überfallen und niedergebrannt
Die Klostergemeinschaft auf Iona wird von Angreifern aus dem Norden getroffen. Der Überfall von 802 gehört zu einer Reihe schwerer Attacken, die das bedeutende religiöse Zentrum in diesen Jahren erschüttern.
Schlacht / Angriff
806
Erneuter schwerer Angriff auf Iona
Nur wenige Jahre später wird Iona erneut angegriffen. Zahlreiche Angehörige der Klostergemeinschaft kommen dabei ums Leben, wodurch sich der Druck auf das traditionsreiche Zentrum weiter erhöht.
Handel / Wirtschaft
808
Haithabu gewinnt an Bedeutung
Im frühen 9. Jahrhundert wächst Haithabus Bedeutung als Handelsplatz an der Verbindung zwischen Nord- und Ostsee. Seine Lage macht den Ort zu einem zentralen Umschlagplatz zwischen Skandinavien und dem europäischen Kontinent.
Schlacht / Angriff
808
König Gudfred greift die Obodriten an
Der dänische König Gudfred führt Krieg gegen die slawischen Obodriten. Im Zusammenhang mit dem Feldzug werden Händler nach Haithabu verlagert – ein Vorgang, der die Entwicklung des Handelsplatzes zusätzlich stärkt.
Bauwerk / Monument
frühes 9. Jahrhundert
Der Rökstein wird errichtet
In Östergötland entsteht eine der außergewöhnlichsten Runeninschriften Skandinaviens. Der umfangreiche Text verbindet Erinnerung mit schwer deutbaren Erzählungen, Rätseln und Bezügen auf heroische Traditionen.
Tod
810
König Gudfred wird getötet
Der dänische König Gudfred wird nach fränkischer Überlieferung von einem Angehörigen seines eigenen Umfeldes getötet. Sein Tod verändert die politische Lage an der nördlichen Grenze des Frankenreiches.
Politik / Vertrag / Bündnis
811
Frieden zwischen Dänen und Franken
Nach den Konflikten unter Gudfred schließen dänische und fränkische Vertreter Frieden. Die Vereinbarung stabilisiert vorübergehend das Grenzgebiet zwischen dem dänischen Machtbereich und dem Frankenreich.
Schlacht / Angriff
812
Kämpfe mit skandinavischen Gruppen in Irland
Irische Annalen berichten von bewaffneten Auseinandersetzungen mit Gruppen aus dem Norden. Dabei erleiden die Eindringlinge in mehreren Regionen schwere Verluste.
Schlacht / Angriff
820
Angriff auf die fränkische Küste wird abgewehrt
Eine aus dem Norden kommende Flotte versucht, in das Frankenreich vorzudringen, trifft jedoch auf organisierte Gegenwehr. Das Ereignis zeigt die zunehmende Bedeutung der fränkischen Küstenverteidigung.
Person / Lebenszeit
9. Jahrhundert – ca. 860
Hálvdan Svarte
Hálvdan Svarte gehört zur frühen norwegischen Herrscherüberlieferung und gilt traditionell als Vater Harald Schönhaars. Ein historischer Kern ist wahrscheinlich, doch große Teile seiner Biografie stammen aus deutlich späteren Quellen.
Religion / Christianisierung
826
Harald Klak lässt sich taufen
Der dänische Herrscher Harald Klak empfängt im Frankenreich gemeinsam mit Angehörigen seines Gefolges die Taufe. Das Ereignis verbindet dynastische Politik mit einem frühen Versuch, christlichen Einfluss in Dänemark zu etablieren.
Religion / Christianisierung
829 und ca. 852–853
Ansgars Missionen nach Birka
Ansgar reist 829 erstmals nach Birka und kehrt Jahrzehnte später erneut zurück. Seine Missionen gehören zu den frühesten ausführlicher überlieferten Versuchen, das Christentum im schwedischen Raum zu verbreiten.
Person / Lebenszeit
9. Jahrhundert
Auðr die Tiefsinnige
Auðr gehört zu den bedeutenden Frauenfiguren der isländischen Landnahmeüberlieferung. Ihre Lebensgeschichte ist jedoch erst in späteren isländischen Quellen ausführlich greifbar und muss entsprechend vorsichtig behandelt werden.
Quelle / Überlieferung
9. Jahrhundert
Die Annalen von Fulda berichten über den Norden
Die ostfränkischen Annalen dokumentieren politische Konflikte, Gesandtschaften und Angriffe, an denen dänische und andere nordische Akteure beteiligt sind. Damit bilden sie eine wichtige zeitnahe Quelle für das 9. Jahrhundert.
Quelle / Überlieferung
9. Jahrhundert
Die Annalen von St. Bertin berichten über nordische Flotten
Die westfränkischen Annalen schildern zahlreiche Überfälle, Flottenbewegungen, Tributzahlungen und politische Reaktionen. Sie gehören zu den wichtigsten zeitnahen Quellen für die Aktivitäten skandinavischer Verbände im Frankenreich.
Reise / Expedition / Entdeckung
ca. 830er Jahre
Nordische Flotten dringen in die Loire vor
Skandinavische Flotten nutzen zunehmend die großen Flüsse des Frankenreiches als Verkehrs- und Angriffswege. Auch die Loire entwickelt sich zu einer Route, über die Verbände weit ins Landesinnere gelangen können.
Person / Lebenszeit
ca. 830–888
Rimbert
Rimbert folgt Ansgar als Erzbischof von Hamburg-Bremen. Mit seiner Vita Anskarii hinterlässt er zugleich eine der wichtigsten schriftlichen Quellen zu den frühen christlichen Missionen in Skandinavien.
Schlacht / Angriff
832
Armagh wird dreimal innerhalb eines Monats geplündert
Die irischen Annalen verzeichnen innerhalb kurzer Zeit drei Plünderungen Armaghs durch Gruppen aus dem Norden. Die außergewöhnliche Häufung verdeutlicht den wachsenden Druck auf bedeutende kirchliche Zentren.
Archäologischer Befund
834
Die Oseberg-Schiffsbestattung
In Norwegen werden zwei Frauen in einem außergewöhnlich reich ausgestatteten Schiff bestattet. Das Oseberggrab zählt heute zu den bedeutendsten archäologischen Funden der Wikingerzeit und eröffnet einen seltenen Blick auf Status, Kunst und materielle Kultur.
Schlacht / Angriff
834–863
Wiederholte Angriffe auf Dorestad
Der bedeutende friesische Handelsplatz Dorestad wird über mehrere Jahrzehnte wiederholt von skandinavischen Verbänden angegriffen. Für 834, 835, 836, 837, 857 und 863 sind entsprechende Ereignisse überliefert – ein eindrucksvolles Beispiel für die anhaltende Verwundbarkeit der großen Handelszentren.
Schlacht / Angriff
835–837
Angriffe auf den fränkischen Rheinraum
In den 830er Jahren geraten Küstenräume, Flusswege und Handelsplätze des Frankenreiches verstärkt unter Druck skandinavischer Flotten. Die Ereignisse zeigen, wie sich die Unternehmungen zunehmend von den Küsten in wichtige Verkehrsadern verlagern.
Schlacht / Angriff
836
Angriffe auf Antwerpen und Witla
Skandinavische Verbände greifen die Handelsplätze Antwerpen und Witla im niederländisch-flandrischen Raum an. Die Attacken gehören zur Ausweitung der Unternehmungen gegen wirtschaftlich bedeutende Orte des Frankenreiches.
Schlacht / Angriff
837
Großer Vorstoß über Boyne und Liffey
Zwei große Flotten dringen über die Flüsse Boyne und Liffey weit in das irische Binnenland vor. Die Unternehmung zeigt, dass sich die Angriffe längst nicht mehr auf leicht erreichbare Küstenziele beschränken.
Schlacht / Angriff
837
Schlacht bei Inber na mBárc
Skandinavische Kräfte treffen auf ein großes irisches Aufgebot und setzen sich in einer schweren Schlacht durch. Irische Annalen überliefern das Ereignis als eine der bedeutenden militärischen Auseinandersetzungen dieser Jahre.
Schlacht / Angriff
839
Angriffe vom Lough Neagh auf Nordirland
Eine skandinavische Flotte nutzt den Lough Neagh als Ausgangspunkt für Unternehmungen im Norden Irlands. Binnengewässer werden damit zunehmend Teil der militärischen Bewegungsräume.
Schlacht / Angriff
839
Cork und Ferns werden geplündert
Irische Annalen berichten von der Verwüstung Corks und Ferns durch Angreifer aus dem Norden. Die Ereignisse verdeutlichen die geografische Ausweitung der Unternehmungen innerhalb Irlands.
Person / Lebenszeit
9. Jahrhundert–877
Halfdan Ragnarsson
Halfdan gehört zu den historisch greifbaren Anführern des Großen Heeres in England und wird später mit der Herrschaft in Northumbria verbunden. Seine genaue Herkunft und frühe Lebensgeschichte bleiben dagegen unsicher.
Person / Lebenszeit
9. Jahrhundert–ca. 870er
Ivar der Knochenlose
Ivar erscheint als bedeutender nordischer Heerführer des 9. Jahrhunderts. Historische Nachrichten und die wesentlich spätere Ragnar-Überlieferung müssen bei seiner Einordnung deutlich voneinander getrennt werden.
Person / Lebenszeit
9. Jahrhundert–878
Ubba
Ubba ist als nordischer Heerführer in den Kämpfen in England überliefert. Seine spätere Einordnung als Sohn Ragnar Lodbroks gehört dagegen in den Bereich der quellenkritisch zu behandelnden Tradition.
Gründung
841
Das Longphort von Dublin entsteht
Bei Dublin entsteht ein befestigtes nordisches Longphort. Aus diesem militärisch und wirtschaftlich nutzbaren Stützpunkt entwickelt sich langfristig eines der wichtigsten Zentren des nordischen Irlands.
Besiedlung / Migration
841
Erste dauerhafte Winterlager in Irland
Nordische Gruppen beginnen, befestigte Lager in Irland auch über den Winter zu halten. Damit verändert sich der Charakter ihrer Präsenz grundlegend: Aus saisonalen Unternehmungen entstehen dauerhaftere Stützpunkte.
Schlacht / Angriff
841
Rouen wird geplündert
Eine nordische Flotte dringt die Seine hinauf und erreicht Rouen. Die Plünderung zeigt, welche Bedeutung die großen Flüsse des Frankenreiches inzwischen als Einfalls- und Verkehrswege besitzen.
Schlacht / Angriff
842
Quentovic wird geplündert
Der bedeutende fränkische Handelsplatz Quentovic wird zum Ziel skandinavischer Angreifer. Der Überfall trifft einen wichtigen Knotenpunkt des Handels zwischen dem Frankenreich und dem Nordseeraum.
Schlacht / Angriff
843
Nantes wird eingenommen
Nordische Angreifer dringen in Nantes ein und verwüsten die Stadt. Unter den Getöteten befindet sich Bischof Gohard; der Angriff wird zu einem markanten Ereignis der frühen Loire-Unternehmungen.
Reise / Expedition / Entdeckung
844
Die Flotte zieht gegen Cádiz und Medina Sidonia
Im Verlauf derselben Unternehmungen bewegen sich nordische Verbände weiter durch den südlichen Teil der Iberischen Halbinsel. Auch Cádiz und Medina Sidonia geraten in den Aktionsraum der Flotte.
Reise / Expedition / Entdeckung
844
Eine nordische Flotte erreicht Lissabon
Eine skandinavische Flotte erscheint vor Lissabon und operiert mehrere Tage in dessen Umgebung. Damit erreichen die Unternehmungen aus dem Norden deutlich weiter südlich gelegene Teile der Atlantikküste.
Schlacht / Angriff
844
Nordische Angriffe auf der Iberischen Halbinsel
Eine skandinavische Flotte operiert 844 entlang der Iberischen Halbinsel und erreicht dabei sowohl den Nordwesten als auch den Süden. An der galicischen Küste treffen die Angreifer auf organisierte Gegenwehr; weiter südlich dringen nordische Schiffe bis Sevilla im Emirat von Córdoba vor. Der Angriff auf Sevilla gehört zu den spektakulärsten Unternehmungen skandinavischer Flotten auf der Iberischen Halbinsel. Zusammengenommen zeigen die Ereignisse, wie weit sich die maritimen Unternehmungen in diesem Jahr ausdehnen und dass die Verbände in verschiedenen Regionen zugleich auf zunehmenden Widerstand stoßen.
Schlacht / Angriff
844
Schlacht bei Tablada
Truppen des Emirats von Córdoba stellen sich den nordischen Angreifern bei Sevilla entgegen. In der Schlacht bei Tablada werden die Eindringlinge schwer geschlagen.
Schlacht / Angriff
845
Eine nordische Flotte erreicht Paris
Eine große Flotte dringt die Seine hinauf bis in den Raum von Paris vor. Das Ereignis führt dem Westfrankenreich eindrücklich vor Augen, wie verwundbar selbst weit im Binnenland gelegene Zentren geworden sind.
Schlacht / Angriff
845
Hamburg wird schwer getroffen
Ein dänischer Angriff trifft Hamburg und das dortige Missionszentrum schwer. Auch Ansgars frühe kirchliche Strukturen geraten dadurch erheblich unter Druck.
Politik / Vertrag / Bündnis
845
Karl der Kahle zahlt für den Abzug
Nach dem Vorstoß auf Paris zahlt Karl der Kahle eine erhebliche Summe, um den Abzug der nordischen Flotte zu erreichen. Tributzahlungen werden damit zu einem politischen Mittel im Umgang mit den Angreifern.
Schlacht / Angriff
848
Bordeaux wird angegriffen
Skandinavische Verbände erreichen Bordeaux im Südwesten des Frankenreiches. Die großen Flusssysteme ermöglichen ihnen inzwischen Operationen weit entfernt von den ursprünglichen nordfranzösischen Angriffsräumen.
Person / Lebenszeit
9. Jahrhundert–ca. 890
Guthrum
Guthrum wird zu einem der bedeutendsten dänischen Heerführer in England und später zum Herrscher in East Anglia. Besonders seine Auseinandersetzungen mit Alfred von Wessex prägen die Geschichte der folgenden Jahre.
Person / Lebenszeit
spätes 9. Jahrhundert–ca. 930/933
Harald Schönhaar
Harald ist durch nahe zeitgenössische Skaldendichtung historisch greifbar. Das später gezeichnete Bild des Einigers ganz Norwegens beruht jedoch in wesentlichen Teilen auf deutlich jüngerer Überlieferung.
Person / Lebenszeit
9. Jahrhundert
Ingólfur Arnarson
Ingólfur gehört in der isländischen Überlieferung zu den frühesten dauerhaften Siedlern Islands und wird eng mit der späteren Entwicklung Reykjavíks verbunden. Seine Biografie ist vor allem durch mittelalterliche isländische Quellen überliefert.
Archäologischer Befund
ca. 850
Jarlshof wird nordisch besiedelt
Um 850 entsteht in Jarlshof auf Shetland eine nordische Hofstelle. Die Siedlung wächst und verändert sich über viele Generationen und liefert heute einen außergewöhnlich anschaulichen archäologischen Befund für die dauerhafte nordische Besiedlung der Inseln.
Besiedlung / Migration
Mitte 9. Jahrhundert
Nordische Besiedlung der Färöer
Im 9. Jahrhundert etabliert sich eine nordische Siedlungsbevölkerung auf den Färöern. Archäologische Befunde zeigen zugleich, dass Menschen und Weidetiere bereits Jahrhunderte zuvor auf den Inseln präsent waren; die nordische Besiedlung ist daher nicht mit der allerersten menschlichen Anwesenheit gleichzusetzen.
Besiedlung / Migration
9. Jahrhundert
Nordische Besiedlung der Orkneyinseln
Im 9. Jahrhundert werden auf Orkney dauerhaft nordisch geprägte Siedlungen fassbar. Orte wie Birsay zeigen, wie sich nordische Gemeinschaften in einer bereits zuvor besiedelten Inselwelt etablierten.
Besiedlung / Migration
9. Jahrhundert
Nordische Besiedlung der Shetlandinseln
Im 9. Jahrhundert entstehen auf den Shetlandinseln dauerhaft nordisch geprägte Siedlungen. Archäologische Plätze mit Langhäusern und Hofanlagen zeigen, dass die Inselgruppe nicht nur angelaufen, sondern über Generationen besiedelt wurde.
Handel / Wirtschaft
9.–10. Jahrhundert
Truso als Handelsplatz an der südlichen Ostsee
Truso am Drausensee entwickelt sich zu einem bedeutenden Handels- und Handwerksplatz an der südlichen Ostsee. Archäologische Funde zeigen Kontakte zwischen skandinavischen, baltischen und slawischen Gruppen sowie weitreichende Austauschbeziehungen.
Schlacht / Angriff
851–852
Neue Seine-Feldzüge
Skandinavische Heere nutzen die Seine erneut als Operationsraum gegen das Westfrankenreich. Die Unternehmungen zeigen, dass sich entlang des Flusses inzwischen ein wiederkehrendes militärisches Muster entwickelt hat.
Schlacht / Angriff
858
Zweite Angriffswelle auf Galicien
Schriftquellen belegen eine erneute größere Welle skandinavischer Angriffe an der galicischen Küste. Der Nordwesten der Iberischen Halbinsel wird damit wiederholt Teil weitreichender maritimer Unternehmungen.
Schlacht / Angriff
ca. 859
Algeciras wird angegriffen
Während einer großen Fahrt in Richtung Mittelmeer greifen skandinavische Verbände Algeciras an. Die Unternehmung führt die Flotte bis an die Straße von Gibraltar.
Reise / Expedition / Entdeckung
859–862
Große Expedition ins westliche Mittelmeer
Eine große skandinavische Flotte operiert über mehrere Jahre entlang der Iberischen Halbinsel und im westlichen Mittelmeer. Die Reise gehört zu den geografisch weitreichendsten maritimen Unternehmungen des 9. Jahrhunderts.
Schlacht / Angriff
ca. 859
Nordische Angreifer erreichen Nekor
Nach der Passage durch Gibraltar erreichen skandinavische Verbände die nordafrikanische Küste und greifen Nekor im heutigen Marokko an. Damit überschreiten ihre Unternehmungen erstmals deutlich den europäischen Raum.
Person / Lebenszeit
2. Hälfte des 9. Jahrhunderts
Ragnhildr Eiríksdóttir
Ragnhild erscheint in späterer norwegischer Überlieferung als Ehefrau Harald Schönhaars und Mutter Erik Blutaxes. Ihre historische Biografie lässt sich jedoch nur sehr eingeschränkt rekonstruieren.
Person / Lebenszeit
spätes 9. Jahrhundert–ca. 932/933
Rollo
Rollo ist als Herrscher im Gebiet der unteren Seine historisch greifbar und steht am Beginn der späteren normannischen Herrschaft. Zahlreiche Details seiner Herkunft und Jugend stammen jedoch aus jüngerer Überlieferung.
Schlacht / Angriff
860
Rus greifen Konstantinopel an
Rus-Verbände erscheinen überraschend vor Konstantinopel und greifen das byzantinische Zentrum vom Meer aus an. Das Ereignis zeigt die wachsende Bedeutung nordöstlicher Verkehrs- und Machtnetze zwischen Ostsee und Schwarzem Meer.
Tod
ca. 860
Tod Hálvdan Svartes
Spätere norwegische Königssagas berichten, Hálvdan Svarte sei beim Einbrechen des Eises auf dem Randsfjord ums Leben gekommen. Das Todesereignis gehört zur mittelalterlichen Herrscherüberlieferung und ist entsprechend vorsichtig einzuordnen.
Schlacht / Angriff
865
Das Große Heer landet in England
Ein großer nordischer Heerverbund erreicht England und beginnt eine Serie von Feldzügen, die weit über frühere Küstenüberfälle hinausgeht. Eroberung, Besetzung und dauerhafte Herrschaft rücken nun in den Mittelpunkt.
Tod
865
Tod Ansgars
Ansgar stirbt 865 nach jahrzehntelangem Wirken als Missionar und Erzbischof von Hamburg-Bremen. Seine frühen Missionsreisen nach Dänemark und Birka sind vor allem durch Rimberts Vita Anskarii überliefert.
Eroberung / Machtwechsel
866
York fällt an das Große Heer
Das Große Heer nimmt York ein und greift damit in die inneren Machtkämpfe Northumbrias ein. Die Stadt entwickelt sich anschließend zu einem der wichtigsten Zentren nordischer Herrschaft in England.
Tod
867
Tod Ællas von Northumbria
König Ælla fällt im Kampf gegen das Große Heer. Die spätere Sagaüberlieferung verbindet seinen Tod mit der Ragnar-Legende, doch diese dramatischen Ausschmückungen sind historisch nicht gesichert.
Eroberung / Machtwechsel
868
Das Große Heer besetzt Nottingham
Das Große Heer zieht nach Mercia und besetzt Nottingham. Die militärische Bedrohung zwingt Mercia zu Verhandlungen und zeigt, wie weit sich der Aktionsraum des Heeres inzwischen ausgedehnt hat.
Eroberung / Machtwechsel
869–870
Eroberung East Anglias
Das Große Heer wendet sich gegen East Anglia, besiegt dessen Widerstand und bringt das Königreich unter seine Kontrolle. Die Eroberung verändert das politische Kräfteverhältnis im Osten Englands grundlegend.
Tod
869
Tod Edmunds von East Anglia
König Edmund kommt im Zusammenhang mit der Niederlage East Anglias gegen das Große Heer ums Leben. Später entwickelt sich um ihn ein bedeutender christlicher Märtyrerkult.
Besiedlung / Migration
ca. 870–930
Landnám auf Island
Während der sogenannten Landnahmephase entstehen auf Island dauerhafte Siedlungen und neue politische sowie soziale Strukturen. Die Rekonstruktion dieser Entwicklung stützt sich stark auf später entstandene isländische Schriftquellen.
Quelle / Überlieferung
ca. 870er
Rimbert verfasst die Vita Anskarii
Rimbert schreibt die Lebensbeschreibung seines Vorgängers Ansgar. Die Vita Anskarii wird dadurch zu einer der wichtigsten Quellen für frühe Mission, Birka und die Kontakte zwischen dem Frankenreich und Skandinavien.
Herrschaft / Regierungszeit
871
Alfred wird König von Wessex
Nach dem Tod seines Bruders Æthelred übernimmt Alfred die Herrschaft über Wessex. Er tritt sein Königtum in einer Phase intensiver Kämpfe gegen das Große Heer an – und wird zu einer der zentralen Figuren der folgenden Jahrzehnte.
Schlacht / Angriff
spätes 9. Jahrhundert; traditionell 872
Harald Schönhaar und Hafrsfjord
Die Schlacht im Hafrsfjord besitzt einen historischen Kern und wird bereits in Skaldendichtung erinnert. Das häufig genannte Jahr 872 ist jedoch eine traditionelle Datierung und nicht sicher belegt.
Tod
ca. 874 (Landnám-Überlieferung)
Tod Hjörleif Hróðmarssons
Die isländische Landnám-Überlieferung erzählt, Hjörleif Hróðmarsson sei kurz nach seiner Ansiedlung getötet worden. Da die ausführlichen Berichte erst in späteren Quellen greifbar sind, bleibt die Datierung entsprechend vorsichtig zu behandeln.
Archäologischer Befund
nach ca. 870
Der Spillings-Hort wird auf Gotland verborgen
Der bei Spillings auf Gotland gefundene gewaltige Silberhort enthält Tausende Münzen sowie Schmuck, Hacksilber und Barren. Die jüngsten Münzen stammen aus den 870er Jahren; der Fund dokumentiert besonders eindrucksvoll Gotlands Einbindung in Fernhandels- und Silberströme bis in die islamische Welt.
Handel / Wirtschaft
spätes 9. Jahrhundert
Wolin entwickelt sich zum bedeutenden Ostseezentrum
An der Odermündung entwickelt sich Wolin im späteren 9. Jahrhundert zu einem großen Handwerks- und Handelszentrum. Der archäologische Ort ist historisch greifbar; er darf nicht ohne Weiteres mit dem Jómsborg der späteren Überlieferung gleichgesetzt werden.
Schlacht / Angriff
876
Großer Angriff im Raum Rouen
Eine große skandinavische Flotte verwüstet erneut den Raum an der unteren Seine. Der Angriff gehört zu einer neuen Phase intensiver Unternehmungen im Westfrankenreich.
Besiedlung / Migration
ab 876
Nordische Besiedlung Northumbrias
Landverteilung und Ansiedlung verankern nordische Herrschaft dauerhaft in Northumbria. Aus militärischer Eroberung entstehen damit zunehmend neue Besitz- und Siedlungsstrukturen.
Tod
877
Tod Halfdan Ragnarssons
Halfdan Ragnarsson fällt 877 in Irland im Kampf. Sein Tod beendet die Laufbahn eines der historisch greifbaren Anführer des Großen Heeres.
Schlacht / Angriff
878
Schlacht von Edington
Alfred von Wessex besiegt Guthrums Heer bei Edington. Der Sieg zwingt die Gegenseite zu Verhandlungen und wird zu einem Wendepunkt im Machtkampf um das südliche England.
Religion / Christianisierung
878
Taufe Guthrums
Nach seiner Niederlage bei Edington lässt sich Guthrum taufen und nimmt den christlichen Namen Æthelstan an. Die Taufe ist eng mit der anschließenden politischen Neuordnung verbunden.
Tod
878
Tod Ubbas
Ubba fällt 878 im Kampf in England. Seine historische Rolle als nordischer Heerführer ist greifbar, während seine spätere Einordnung in die Ragnar-Legende quellenkritisch zu behandeln ist.
Schlacht / Angriff
879
Angriff auf Thérouanne und Saint-Bertin
Ein aus England kommendes nordisches Heer greift Thérouanne und das Gebiet von Saint-Bertin an. Damit beginnt eine mehrjährige Phase schwerer Feldzüge im Frankenreich.
Schlacht / Angriff
880
Angriffswelle im Scheldegebiet und Nordfrankreich
Skandinavische Verbände greifen Tournai, Condé und Valenciennes sowie Arras, Cambrai und Péronne an. Die Angriffswelle trifft Städte und Landschaften im westfränkisch-lothringischen Raum.
Recht / Gesetzgebung
spätes 9. Jahrhundert
Danelag als politisch-rechtlicher Raum
In Teilen Englands etablieren sich nordisch geprägte Herrschafts-, Siedlungs- und Rechtsräume. Der später als Danelag bezeichnete Raum ist kein plötzlich geschaffenes Staatsgebiet, sondern Ergebnis einer längeren politischen Entwicklung.
Handel / Wirtschaft
spätes 9.–10. Jahrhundert
Der Weg von den Warägern zu den Griechen verbindet Ostsee und Byzanz
Über Flüsse, Seen und Landtransporte entsteht ein weitreichendes Verkehrsnetz zwischen Ostsee, Rus, Schwarzem Meer und Konstantinopel. Diese Verbindung erklärt, wie Handel, Reisende, Krieger und politische Kontakte zwischen Skandinavien und Byzanz dauerhaft möglich wurden.
Schlacht / Angriff
881
Aachen wird verwüstet
Skandinavische Angreifer erreichen Aachen und verwüsten die karolingische Pfalzstadt. Der Angriff zeigt, wie tief die Heere während der Feldzüge dieser Jahre in das fränkische Binnenland vordringen können.
Schlacht / Angriff
881–883
Rhein- und Maasfeldzug
Skandinavische Heere ziehen durch den Rhein- und Maasraum. Angriffe treffen unter anderem Maastricht, Tongeren, Lüttich, Neuss, Jülich, Zülpich, Köln, Bonn, Andernach, Prüm, Trier, Duisburg und Xanten; bei Remich kommt es zur Schlacht.
Eroberung / Machtwechsel
traditionell 882
Oleg erobert Kiew
Die deutlich später entstandene Nestorchronik verbindet Oleg mit der Einnahme Kiews und der Verlagerung seines Machtzentrums dorthin. Der Vorgang gehört zur Überlieferung über die frühe Rus und muss quellenkritisch gelesen werden.
Schlacht / Angriff
885–886
Belagerung von Paris
Eine große nordische Flotte belagert Paris über Monate. Die Verteidigung der Stadt und die politischen Reaktionen auf die Belagerung machen das Ereignis zu einem der bekanntesten Konflikte des späten 9. Jahrhunderts.
Person / Lebenszeit
ca. 885–ca. 954
Erik Blutaxt
Erik Blutaxt ist als norwegischer Königssohn und zeitweiliger Herrscher in York historisch greifbar. Viele Einzelheiten seiner Biografie stammen jedoch aus späterer Sagaüberlieferung.
Politik / Vertrag / Bündnis
ca. 886
Vertrag Alfred–Guthrum
Die Vereinbarung zwischen Alfred und Guthrum regelt Grenzen sowie rechtliche Beziehungen zwischen ihren Herrschaftsbereichen. Sie gehört zu den wichtigsten Zeugnissen der politischen Neuordnung Englands.
Tod
888
Tod Rimberts
Rimbert stirbt 888 als Erzbischof von Hamburg-Bremen. Mit seiner Vita Anskarii hinterlässt er eine der wichtigsten Quellen für die frühen christlichen Missionen im Norden.
Quelle / Überlieferung
spätes 9. Jahrhundert
Angelsächsische Chronik entsteht
Im Umfeld Alfreds beginnt die Zusammenstellung der Angelsächsischen Chronik. Ihre verschiedenen Handschriften werden zu einer der wichtigsten Quellen für Herrschaft, Kriege und nordische Aktivitäten im frühmittelalterlichen England.
Besiedlung / Migration
ca. 890
Auðr die Tiefsinnige siedelt auf Island
Die spätere isländische Überlieferung berichtet, Auðr die Tiefsinnige sei mit einer größeren Gefolgschaft nach Island gezogen und habe Land im Hvamsfjord genommen. Die Erzählung ist quellenkritisch zu behandeln.
Tod
ca. 890
Tod Guthrums
Guthrum stirbt gegen Ende des 9. Jahrhunderts. Nach seiner Taufe und den Vereinbarungen mit Alfred hatte er als Herrscher in East Anglia eine zentrale Rolle in der politischen Neuordnung Englands gespielt.
Reise / Expedition / Entdeckung
ca. 890
Wulfstan reist von Haithabu nach Truso
Der Seefahrer Wulfstan berichtet von einer Reise von Haithabu nach Truso an der südöstlichen Ostsee. Sein in der altenglischen Orosius-Bearbeitung überlieferter Bericht gehört zu den wichtigen schriftlichen Zeugnissen für Verkehrswege und Räume der spätwikingerzeitlichen Ostsee.
Tod
späte 890er Jahre
Tod Ragnhildr Eiríksdóttirs
Ragnhildrs Tod lässt sich nur ungefähr aus späterer norwegischer Überlieferung erschließen. Ein exaktes Todesjahr ist nicht gesichert.
Archäologischer Befund
ca. 900
Gokstad-Schiffsbestattung
Das Gokstadgrab mit seinem großen Schiff und reichen Beigaben gehört zu den bedeutendsten archäologischen Zeugnissen der Wikingerzeit. Der Fund dokumentiert hochentwickelten Schiffbau und elitäre Bestattungskultur.
Person / Lebenszeit
unsicher, 9./10. Jahrhundert–ca. 958
Gorm der Alte
Gorm der Alte gehört zu den frühen historisch greifbaren dänischen Königen. Seine Stellung und seine Familie sind besonders durch die Jellingsteine mit zeitgenössischen Zeugnissen verbunden.
Besiedlung / Migration
spätes 9.–10. Jahrhundert
Nordische Besiedlung der Isle of Man
Nach frühen Kontakten und Angriffen entwickelt sich auf der Isle of Man eine dauerhafte skandinavische Siedlungs- und Herrschaftspräsenz. Gräber, Siedlungsbefunde und später die Thing-Tradition zeigen die langfristige Verankerung nordischer Kultur in der Irischen See.
Person / Lebenszeit
ca. 900–vor 958
Thyra Danebod
Thyra Danebod ist als dänische Königin, Ehefrau Gorms und Mutter Harald Blauzahns vor allem durch die Jelling-Runensteine bezeugt. Viele spätere Erzählungen über sie gehen deutlich über diese sichere Grundlage hinaus.
Archäologischer Befund
ca. 905
Der Cuerdale-Hort wird niedergelegt
Der gewaltige Silberhort von Cuerdale in Lancashire enthält Münzen, Barren und Hacksilber aus dem Danelag, Kontinentaleuropa und der islamischen Welt. Er macht die weitgespannten Wirtschafts- und Silbernetzwerke der Wikingerzeit materiell sichtbar.
Person / Lebenszeit
ca. 910–ca. 990
Egil Skallagrimsson
Egil Skallagrimsson gilt als bedeutender isländischer Skalde und historische Person. Seine ausführliche Lebensgeschichte ist jedoch literarisch durch die wesentlich später entstandene Egils saga geprägt.
Person / Lebenszeit
ca. 910–ca. 986/987
Harald Blauzahn
Harald Blauzahn gehört zu den bedeutendsten dänischen Königen des 10. Jahrhunderts. Jelling, Reichsbildung und die Christianisierung Dänemarks sind eng mit seiner Herrschaft verbunden.
Archäologischer Befund
ca. 910
Tune-Schiffsbestattung
Das Schiffsgrab von Tune in Norwegen gehört neben Oseberg und Gokstad zu den bedeutenden Elitebestattungen der Wikingerzeit und liefert wichtige Hinweise auf Schiffbau und Bestattungspraxis.
Gründung
ab 911 bis ca. 950
Entstehung der Normandie
Aus der Herrschaft skandinavischer Eliten an der unteren Seine entwickelt sich schrittweise ein dauerhaft in das westfränkische Gefüge eingebundener Herrschaftsraum. Dieser Prozess bildet die Grundlage der späteren Normandie.
Politik / Vertrag / Bündnis
ab ca. 911
Rollo etabliert seine Herrschaft an der unteren Seine
Um 911 konsolidiert Rollo seine Herrschaft im unteren Seinegebiet. Die bekannte Erzählung eines förmlichen Vertrags von Saint-Clair-sur-Epte stammt aus späterer Überlieferung; die Herrschaftsbildung selbst ist historisch tragfähig.
Politik / Vertrag / Bündnis
911
Vertrag der Rus mit Byzanz
Die Überlieferung der Rus berichtet von einem Vertrag mit Byzanz, der Handel, Rechtsfragen und den Aufenthalt von Rus im Byzantinischen Reich regelt. Der Text ist in späterer chronikalischer Überlieferung erhalten.
Reise / Expedition / Entdeckung
ca. 913
Große Rus-Expedition zum Kaspischen Meer
Eine große Rus-Flotte gelangt über die osteuropäischen Flusssysteme bis an das Kaspische Meer und unternimmt ausgedehnte Angriffe an dessen Küsten. Der Feldzug zeigt, dass die Aktionsräume der Rus weit über Ostsee, Dnjepr und Schwarzes Meer hinausreichen.
Reise / Expedition / Entdeckung
914
Große nordische Flotte kehrt nach Waterford zurück
Eine große nordische Flotte landet bei Waterford. Das Ereignis leitet nach einer Phase zurückgedrängter skandinavischer Macht eine neue politische und militärische Präsenz in Irland ein.
Gründung
914
Waterford wird als nordischer Stützpunkt neu etabliert
914 wird in Waterford erneut ein nordischer Stützpunkt beziehungsweise Longphort eingerichtet. Aus diesem militärisch-maritim geprägten Ausgangspunkt entwickelt sich im 10. Jahrhundert ein dauerhaftes urbanes und kommerzielles Zentrum.
Eroberung / Machtwechsel
917
Nordische Rückeroberung Dublins
Skandinavische Herrscher gewinnen Dublin nach einer Phase irischer Kontrolle zurück. Die Stadt wird erneut zu einem zentralen nordischen Macht- und Handelszentrum in Irland.
Person / Lebenszeit
ca. 920–ca. 961
Håkon der Gute
Håkon der Gute wird als norwegischer König mit frühen Versuchen verbunden, christliche Vorstellungen und Herrschaftsformen in Norwegen zu stärken. Die Einzelheiten seiner Biografie sind teilweise erst später überliefert.
Quelle / Überlieferung
922
Ibn Fadlān begegnet den Rus an der Wolga
Der Gesandte Aḥmad ibn Faḍlān beschreibt 922 eine Gruppe von Rus, die sich auf Handelsreise an der Wolga aufhält. Sein Bericht ist eine außergewöhnlich zeitnahe Quelle, muss aber als Beobachtung einer konkreten Gruppe und nicht als Beschreibung aller Menschen der Wikingerzeit gelesen werden.
Gründung
ca. 922
Limerick entsteht als nordische Siedlung
Um 922 etabliert sich auf King's Island eine dauerhafte nordische Siedlung, aus der sich Limerick als Handels- und Machtzentrum entwickelt. Die genaue Gestalt der frühesten Anlage ist archäologisch nicht in allen Einzelheiten geklärt.
Archäologischer Befund
ca. 925
Die Ladby-Schiffsbestattung
Auf Fünen wird ein hochrangiger Mann in einem mehr als 21 Meter langen Schiff mit Pferden, Hunden, Waffen und weiteren Beigaben bestattet. Ladby ist die einzige am Fundort erhaltene wikingerzeitliche Schiffsbestattung Dänemarks.
Recht / Gesetzgebung
930
Althing auf Island gegründet
Um 930 entsteht das Alþingi als zentrales Gesetzgebungs- und Gerichtsforum des isländischen Gemeinwesens. Die traditionelle Datierung beruht auf mittelalterlicher isländischer Überlieferung.
Besiedlung / Migration
ca. 930
Ende der isländischen Landnahmezeit
Um 930 gilt die erste umfassende Besiedlungsphase Islands traditionell als weitgehend abgeschlossen. Der Zeitpunkt ist eine historische Periodisierung und kein scharf datierbares Einzelereignis.
Herrschaft / Regierungszeit
ca. 930–934
Erik Blutaxt als König in Norwegen
Nach Harald Schönhaar übernimmt Erik Blutaxt für kurze Zeit eine Königsherrschaft in Norwegen. Die genaue Ausdehnung seiner Macht und die Chronologie sind nur teilweise sicher rekonstruierbar.
Handel / Wirtschaft
10. Jahrhundert
Kaupang verliert seine urbane Funktion
Der frühe Handelsplatz Kaupang verliert im Verlauf des 10. Jahrhunderts seine urbane Funktion und wird aufgegeben. Archäologische Befunde machen diesen Wandel im Siedlungs- und Handelsgefüge sichtbar.
Tod
ca. 930
Tod Harald Schönhaars
Der Tod Harald Schönhaars führt nach späterer Überlieferung in eine Phase konkurrierender Königsherrschaften und dynastischer Konflikte. Die genaue Datierung bleibt unsicher.
Tod
ca. 930
Tod Rollos
Mit Rollos Tod endet die erste Generation der von ihm begründeten normannischen Herrscherdynastie. Das genaue Todesjahr ist nicht sicher überliefert.
Herrschaft / Regierungszeit
ca. 934–961
Håkon der Gute regiert in Norwegen
Håkon der Gute übernimmt nach der Vertreibung seines Bruders Eirik Blutaxt die Königsherrschaft in großen Teilen Norwegens. Seine lange Regierungszeit ist mit Rechtsordnung, Küstenverteidigung und frühen, nur begrenzt erfolgreichen Christianisierungsbestrebungen verbunden.
Person / Lebenszeit
ca. 935–970
Harald Graufell
Harald Graufell, ein Sohn Erik Blutaxes und Gunnhilds, gehört zur norwegischen Herrscherüberlieferung des 10. Jahrhunderts. Seine Herrschaft steht in einer von inneren Machtkämpfen und dänischem Einfluss geprägten Ordnung.
Person / Lebenszeit
ca. 937–995
Håkon Sigurdsson
Håkon Sigurdsson, der Ladejarl, wird im späten 10. Jahrhundert zum faktischen Herrscher großer Teile Norwegens. Seine politische Karriere führt unmittelbar in die Zeit Olav Tryggvasons.
Schlacht / Angriff
941
Rus-Angriff auf Konstantinopel unter Igor
Eine Flotte der Rus greift 941 byzantinisches Gebiet am Bosporus an. Byzantinische Berichte schildern schwere Verluste der Angreifer; besonders der Einsatz von Griechischem Feuer prägt die Überlieferung des Feldzuges.
Eroberung / Machtwechsel
943/944
Rus besetzen Barḏaʿa im Kaukasus
Eine Rus-Streitmacht dringt vom Kaspischen Meer über den Kura in den Kaukasus vor und besetzt Barḏaʿa für mehrere Monate. Zeitnahe beziehungsweise nahe orientalische Überlieferungen machen den Feldzug zu einem wichtigen Zeugnis für die südöstliche Reichweite der Rus.
Politik / Vertrag / Bündnis
944/945
Rus-byzantinischer Vertrag
Nach den Konflikten der frühen 940er Jahre regelt ein weiterer Vertrag die Beziehungen zwischen Rus und Byzanz, darunter Handel, Rechtsfragen und militärische Verpflichtungen. Der Vertragstext ist in späterer ostslawischer Chroniküberlieferung erhalten.
Herrschaft / Regierungszeit
ca. 947/948
Erik Blutaxt wird König von York
Erik Blutaxt erscheint in der Mitte des 10. Jahrhunderts zeitweise als König von York. Die genaue Chronologie seiner Herrschaft ist schwierig zu rekonstruieren, doch zeitgenössische Münzen stützen seine Königsherrschaft in Northumbria.
Archäologischer Befund
10. Jahrhundert
Birka-Kammergrab Bj 581
Das reich ausgestattete Kammergrab Bj 581 in Birka enthielt Waffen, Pferde und weitere Beigaben, die lange mit einem hochrangigen Krieger verbunden wurden. Genetische Untersuchungen des bestatteten Individuums haben das Grab zu einem zentralen Befund in der Diskussion über Geschlecht und Kriegerrollen gemacht.
Archäologischer Befund
ca. 950
Die Gjermundbu-Bestattung
Das reich ausgestattete Grab von Gjermundbu in Norwegen gehört zu den bedeutenden Kriegerbestattungen der Wikingerzeit. Besonders bekannt ist der dort gefundene eiserne Helm, einer der wichtigsten archäologischen Belege für wikingerzeitliche Schutzbewaffnung.
Person / Lebenszeit
ca. 950–ca. 1003
Erik der Rote
Erik der Rote ist als isländisch-grönländischer Siedlungsführer eng mit der nordischen Erschließung und Besiedlung Grönlands verbunden. Seine ausführliche Lebensgeschichte wird vor allem in späteren isländischen Quellen überliefert.
Person / Lebenszeit
2. Hälfte 10. Jahrhundert–ca. 994/995
Erik der Siegreiche
Erik der Siegreiche gehört zu den schwedischen Königen des späten 10. Jahrhunderts. Seine historische Stellung ist greifbar, während viele Einzelheiten seiner Biografie und die Erzählungen über seine Kämpfe erst in späteren Quellen begegnen.
Person / Lebenszeit
um 950
Gunnhild kongsmor
Gunnhild, in der Überlieferung als Ehefrau Erik Blutaxes und Mutter der Eirikssöhne bekannt, gehört zu den einflussreichen Frauen der norwegischen Herrschertradition des 10. Jahrhunderts. Herkunft und zahlreiche biografische Einzelheiten bleiben aufgrund der späten Quellenlage umstritten.
Entwicklung
10. Jahrhundert
Nordisch geprägte Stützpunkte wachsen zu Irlands ersten Städten
Im Verlauf des 10. Jahrhunderts entwickeln sich unter anderem Dublin, Waterford, Limerick, Cork und Wexford von Stützpunkten und Siedlungen zu frühen urbanen Zentren. Handel, Handwerk und dauerhafte Bevölkerung verändern damit die irische Siedlungslandschaft nachhaltig.
Tod
vor ca. 958
Tod Thyra Danebods
Thyras Tod liegt vor dem ihres Gemahls Gorm. Besonders wichtig ist der kleine Jellingstein, den Gorm zu ihrem Gedenken setzen ließ und der Thyra damit unmittelbar im dynastischen Gedächtnis Jellings bezeugt.
Eroberung / Machtwechsel
954
Ende des skandinavischen Königtums in York
954 endet die eigenständige skandinavische Königsherrschaft in York. Mit dem Ende der Herrschaft Erik Blutaxes wird Northumbria dauerhaft in das englische Königtum eingegliedert.
Tod
ca. 954
Tod Erik Blutaxes
Erik Blutaxt stirbt um 954 in Nordengland. Sein genaues Ende und die Umstände seines Todes sind nicht sicher rekonstruierbar; spätere Überlieferungen schmücken den Vorgang deutlich aus.
Person / Lebenszeit
ca. 957–ca. 1024
Eirik Håkonsson
Eirik Håkonsson, Sohn Håkon Sigurdssons, wird zu einem bedeutenden norwegischen Jarl. Er ist später an der Schlacht von Svolder beteiligt und wird Teil des Herrschaftssystems Knuts des Großen.
Tod
ca. 958
Gorm der Alte stirbt
Gorm der Alte stirbt wahrscheinlich um 958. Sein Tod markiert den Übergang der dänischen Königsherrschaft an Harald Blauzahn; die Jellingmonumente bilden für diese Dynastie eine außergewöhnlich wichtige zeitgenössische Zeugnisgruppe.
Herrschaft / Regierungszeit
ca. 958
Harald Blauzahn wird König
Nach Gorms Tod übernimmt Harald Blauzahn die dänische Königsherrschaft. Seine Regierungszeit ist mit einer stärkeren königlichen Organisation, monumentalen Bauprojekten und der Christianisierung verbunden.
Person / Lebenszeit
ca. 960–1014
Sven Gabelbart
Sven Gabelbart, Sohn Harald Blauzahns, wird König von Dänemark und später Eroberer Englands. Seine politische Laufbahn gehört zu den Voraussetzungen für das nordseeweite Herrschaftssystem seines Sohnes Knut.
Herrschaft / Regierungszeit
ca. 960er Jahre
Gunnhild als Königsmutter der Eirikssöhne
Nach dem Ende der Herrschaft Håkons des Guten erscheint Gunnhild in der späteren Überlieferung im politischen Umfeld ihrer Söhne. Wie weit ihr eigener unmittelbarer Einfluss reichte, lässt sich aus der Quellenlage nicht sicher bestimmen.
Herrschaft / Regierungszeit
ca. 961–970
Herrschaft Harald Graufells und der Eirikssöhne
Harald Graufell und seine Brüder übernehmen nach Håkon dem Guten Teile der norwegischen Königsherrschaft. Die Machtverhältnisse bleiben regional zersplittert und stehen zugleich unter starkem dänischem Einfluss.
Tod
ca. 961
Tod Håkons des Guten
Håkon der Gute stirbt um 961 an den Folgen einer Verwundung aus einem Kampf gegen die Söhne Erik Blutaxes. Die Ereignisse sind vor allem durch spätere norwegische Überlieferung greifbar; das ungefähre Todesjahr gilt als historisch tragfähig.
Bauwerk / Monument
ca. 965
Großer Jellingstein
Harald Blauzahns großer Runenstein in Jelling verbindet dynastisches Gedächtnis mit königlichem Herrschaftsanspruch und Christianisierung. Die Inschrift nennt Haralds Gewinn von Dänemark und Norwegen sowie seine Christianisierung der Dänen.
Religion / Christianisierung
ca. 965
Harald Blauzahn erklärt die Dänen christianisiert
Auf dem großen Jellingstein beansprucht Harald Blauzahn, die Dänen zu Christen gemacht zu haben. Die Inschrift belegt damit einen königlichen Christianisierungsanspruch, nicht jedoch eine schlagartige vollständige Bekehrung der gesamten Bevölkerung.
Person / Lebenszeit
ca. 960er–1000
Olav Tryggvason
Olav Tryggvason wird gegen Ende des 10. Jahrhunderts König von Norwegen und in der späteren Überlieferung zu einer zentralen Gestalt der Christianisierung. Viele Einzelheiten seiner frühen Biografie sind nur in deutlich jüngeren Quellen überliefert.
Schlacht / Angriff
ca. 965
Sviatoslav greift das Chasarenreich an
Für die Mitte der 960er Jahre überliefert die Rus-Chronik einen erfolgreichen Feldzug Sviatoslavs gegen die Chasaren. Der Angriff gehört zu einem tiefgreifenden Wandel der Machtverhältnisse an den östlichen Handels- und Verkehrswegen; Einzelheiten und Chronologie sind quellenkritisch zu behandeln.
Schlacht / Angriff
968–971
Gundereds Galicienzug
Ein skandinavischer Verband unter einem in den Quellen als Gundered bezeichneten Anführer greift ab 968 Galicien an. Die Unternehmung zieht sich über mehrere Jahre hin und endet 971 mit einer Niederlage der Angreifer und dem Tod ihres Anführers.
Schlacht / Angriff
968
Schlacht von Fornelos
Bei Fornelos trifft ein galicisches Heer unter Bischof Sisnando auf die skandinavischen Angreifer. Das galicische Aufgebot wird geschlagen und Sisnando kommt in der Schlacht ums Leben.
Entwicklung
spätes 10. Jahrhundert
Birka wird aufgegeben
Birka verliert im späten 10. Jahrhundert seine Funktion als bedeutendes Handelszentrum und wird aufgegeben. Gleichzeitig gewinnt das neu entstehende Sigtuna als königlich geprägter urbaner Ort an Bedeutung.
Herrschaft / Regierungszeit
spätes 10. Jahrhundert
Herrschaft Erik des Siegreichen
Erik der Siegreiche herrscht im späten 10. Jahrhundert im schwedischen Raum. Seine Regierungszeit ist historisch greifbar, während die genaue Chronologie und die spätere Verbindung mit der Schlacht bei Fyrisvellir nicht in allen Einzelheiten sicher sind.
Herrschaft / Regierungszeit
ca. 970–995
Håkon Sigurdsson herrscht als Ladejarl über große Teile Norwegens
Håkon Sigurdsson wird zum mächtigsten Herrscher in großen Teilen Norwegens. Zunächst steht er unter dänischer Oberhoheit, löst sich später jedoch weitgehend davon; seine Herrschaft endet 995 mit dem Aufstieg Olav Tryggvasons.
Person / Lebenszeit
ca. 970–ca. 1020
Leif Eriksson
Leif Eriksson ist ein grönländischer Seefahrer und Sohn Eriks des Roten. Die mittelalterlichen Vinlandsagas verbinden ihn mit nordischen Fahrten nach Nordamerika; ihre Einzelheiten müssen als spätere literarische Überlieferung quellenkritisch gelesen werden.
Archäologischer Befund
970/971
Mammen-Bestattung
Das reich ausgestattete Grab von Mammen in Jütland gehört zu den bedeutenden Elitebestattungen des späten 10. Jahrhunderts. Seine Ausstattung verbindet traditionelle Bildmotive mit Elementen, die auch christlich gedeutet werden können.
Bauwerk / Monument
ca. 970–980
Ringburgen Harald Blauzahns
In der Regierungszeit Harald Blauzahns entstehen monumentale Ringburgen wie Trelleborg, Fyrkat, Aggersborg und Borgring. Ihre standardisierte Anlage und Datierung machen sie zu wichtigen Zeugnissen außergewöhnlicher königlicher Organisations- und Ressourcenfähigkeit.
Tod
ca. 970
Tod Harald Graufells
Harald Graufell stirbt um 970 im Zusammenhang mit einem Machtkampf in Dänemark. Sein Tod beendet die Herrschaft der Eirikssöhne in Norwegen und öffnet den Weg für Håkon Sigurdssons Aufstieg.
Schlacht / Angriff
980
Angriff auf Cheshire
980 trifft eine skandinavische Angriffswelle auch Cheshire. Der Eintrag gehört zu einer erneuten Phase nordischer Überfälle auf England nach mehreren vergleichsweise ruhigeren Jahrzehnten.
Schlacht / Angriff
980
Angriff auf Thanet
Skandinavische Angreifer verwüsten 980 die Isle of Thanet an der Küste von Kent. Der Angriff ist Teil der erneuten Überfallserie auf England am Ende des 10. Jahrhunderts.
Schlacht / Angriff
980
Plünderung Southamptons
980 wird Southampton von skandinavischen Angreifern geplündert. Das Ereignis gehört zu den Angriffen, mit denen eine neue, zunehmend intensive Phase nordischer Unternehmungen gegen England einsetzt.
Bauwerk / Monument
ca. 980
Ravning-Enge-Brücke
Die große Holzbrücke bei Ravning Enge wird in die Zeit Harald Blauzahns datiert. Ihre Dimensionen und präzise Konstruktion machen sie zu einem wichtigen Zeugnis der Infrastruktur und Organisationsfähigkeit des spätjellingzeitlichen Königtums.
Besiedlung / Migration
spätes 10. Jahrhundert
Roskilde entwickelt sich zum königlichen Zentrum
Roskilde entwickelt sich im späten 10. Jahrhundert zu einem königlich geprägten Zentrum auf Seeland. Die spätere Überlieferung verbindet Harald Blauzahn mit der Anlage von Königshof und Kirche; ein punktgenaues Gründungsjahr lässt sich jedoch nicht sicher festlegen.
Gründung
ca. 980
Sigtuna gegründet
Sigtuna entsteht gegen Ende des 10. Jahrhunderts als frühes urbanes und königlich geprägtes Zentrum im schwedischen Raum. Der Ort übernimmt Funktionen, die zuvor unter anderem Birka erfüllt hatte.
Schlacht / Angriff
981–998
Angriffe auf Südwestengland und Wales
Zwischen 981 und 998 berichten die Quellen wiederholt von skandinavischen Angriffen auf Südwestengland und Wales, darunter Unternehmungen gegen Padstow, Devon, Cornwall, Dorset, Lydford und Tavistock. Es handelt sich um mehrere einzelne Feldzüge innerhalb dieses Zeitfensters, nicht um einen ununterbrochenen Angriff.
Reise / Expedition / Entdeckung
ca. 982–985
Erik der Rote erkundet Grönland
Nach seiner Verbannung aus Island erkundet Erik der Rote über mehrere Jahre die Küsten Grönlands. Die Erkundungsfahrten bereiten die spätere nordische Besiedlung der Insel vor; die Einzelheiten stammen vor allem aus späterer isländischer Überlieferung.
Politik / Vertrag / Bündnis
ca. 982
Erik der Rote wird aus Island verbannt
Nach gewaltsamen Konflikten wird Erik der Rote nach späterer isländischer Überlieferung für mehrere Jahre aus Island verbannt. In dieser Zeit wendet er sich den Gebieten westlich von Island zu.
Schlacht / Angriff
982
Erneuter Angriff auf Portland
982 greifen drei skandinavische Schiffe Portland in Dorset an. Der Überfall gehört zu den frühen Ereignissen der erneuten Angriffswelle auf England im späten 10. Jahrhundert.
Besiedlung / Migration
ab ca. 985/986
Nordische Besiedlung Grönlands
Nach seiner Erkundung führt Erik der Rote eine Gruppe von Siedlern nach Grönland. Dort entstehen dauerhafte nordische Siedlungen, deren archäologische Hinterlassenschaften die jahrhundertelange Präsenz der Gemeinschaften belegen.
Schlacht / Angriff
986
Später Angriff auf Iona
986 wird Iona erneut von skandinavischen Angreifern getroffen. Der Überfall zeigt, dass das traditionsreiche Kloster auch gegen Ende des 10. Jahrhunderts noch in den Aktionsraum nordischer Gruppen fällt.
Eroberung / Machtwechsel
ca. 986/987
Sven Gabelbart verdrängt Harald Blauzahn
In den späten 980er Jahren setzt sich Sven Gabelbart gegen seinen Vater Harald Blauzahn durch. Die genauen Abläufe des Konflikts sind nicht sicher rekonstruierbar; Haralds Tod beendet kurz darauf endgültig seine Herrschaft.
Tod
ca. 986/987
Tod Harald Blauzahns
Harald Blauzahn stirbt um 986/987 nach dem Machtkampf mit seinem Sohn Sven Gabelbart. Ort, genauer Zeitpunkt und einzelne Umstände seines Todes sind nicht sicher zu bestimmen.
Herrschaft / Regierungszeit
spätestens ca. 987
Sven Gabelbart wird König von Dänemark
Nach dem Machtverlust und Tod Harald Blauzahns übernimmt Sven Gabelbart die dänische Königsherrschaft. Die genaue Chronologie des Übergangs bleibt in den Quellen unscharf.
Schlacht / Angriff
988
Plünderung von Watchet
988 plündern skandinavische Angreifer den Hafen von Watchet in Somerset. Ein englisches Aufgebot stellt sich ihnen entgegen und erleidet dabei erhebliche Verluste.
Gründung
ca. 990
Lund entsteht als königliches und christliches Zentrum
Um 990 entsteht Lund in Schonen als neuer königlich geprägter Ort und als Zentrum der christlichen Mission. Seine Entwicklung steht zugleich im Zusammenhang mit dem Bedeutungsverlust des nur wenige Kilometer entfernten älteren Zentralplatzes Uppåkra.
Tod
ca. 990
Tod Egill Skallagrímssons
Egills Lebensende wird ungefähr in das späte 10. Jahrhundert gesetzt.
Handel / Wirtschaft
991
Erste große Danegeld-Zahlung
Nach Maldon wird eine große englische Tributzahlung an nordische Heere vereinbart.
Schlacht / Angriff
991
Schlacht von Maldon
Nach der Plünderung von Ipswich trifft ein skandinavisches Heer bei Maldon auf angelsächsische Truppen; die Schlacht wird zu einem markanten Ereignis der Angriffswelle von 991.
Schlacht / Angriff
994
Angriffswelle in Süd- und Südostengland
Nach dem Großangriff auf London werden Essex, Kent, Sussex und Hampshire von weiteren Angriffen und Verwüstungen erfasst.
Schlacht / Angriff
994
Großangriff auf London
Olav Tryggvason und Sven Gabelbart greifen London mit einer großen Flotte an.
Religion / Christianisierung
995–1000
Christianisierungspolitik Olav Tryggvasons
Olaf fördert die Christianisierung Norwegens und nordatlantischer Gebiete.
Person / Lebenszeit
ca. 995 – 1035
Lebenszeit: Knut der Große
Knut der Große verbindet als Herrscher England und Dänemark und gewinnt 1028 auch Norwegen; seine Lebens- und Herrschaftszeit endet 1035.
Person / Lebenszeit
995 – 1030
Lebenszeit: Olav Haraldsson
Norwegischer König, nach seinem Tod als Heiliger Olav verehrt.
Herrschaft / Regierungszeit
995
Olaf Tryggvason wird König von Norwegen
Olaf setzt königliche Macht und christliche Mission mit Nachdruck durch.
Herrschaft / Regierungszeit
ca. 995–1022
Olof Skötkonung regiert in Schweden
Olof Skötkonung gehört zu den ersten schwedischen Königen, deren Herrschaft historisch deutlicher greifbar wird. Unter ihm werden in Sigtuna Münzen geprägt, und die Christianisierung der schwedischen Königsherrschaft gewinnt an Kontur.
Gründung
ca. 997
Olav Tryggvason etabliert Nidaros als Königs- und Handelsplatz
Die Überlieferung verbindet Olav Tryggvason mit dem Ausbau Nidaros'. Archäologische Befunde zeigen zugleich, dass sich der Platz nicht auf einen einzigen Gründungsakt reduzieren lässt.
Kultur / Gesellschaft
ca. 995–1000
Olav Tryggvason lässt die ersten norwegischen Königsmünzen prägen
Unter Olav Tryggvason werden erstmals Münzen im Namen eines norwegischen Königs ausgegeben. Die seltenen Silberpfennige orientieren sich eng an zeitgenössischen angelsächsischen Vorbildern und markieren einen frühen Schritt königlicher Münz- und Herrschaftsrepräsentation.
Handel / Wirtschaft
ca. 997/998
Sihtric lässt in Dublin die ersten irischen Münzen prägen
Unter dem nordisch-gälischen König Sihtric werden in Dublin um 997/998 die ersten sicher in Irland geprägten Münzen ausgegeben. Die Silberpfennige zeigen, wie stark Dublin inzwischen in die Wirtschafts- und Herrschaftsformen der nordatlantischen Welt eingebunden ist.
Quelle / Überlieferung
um 1000
Das Beowulf-Manuskript wird niedergeschrieben
Um 1000 wird die einzige erhaltene mittelalterliche Handschrift des altenglischen Beowulf-Epos angefertigt. Das Werk spielt im heidnischen Skandinavien des frühen Mittelalters und ist eine bedeutende literarische Quelle für spätere Vorstellungen von dänischen und geatischen Herrschafts- und Heldenwelten.
Religion / Christianisierung
999/1000
Islands Annahme des Christentums
Das Alþingi beschließt einen politischen Religionskompromiss zugunsten des Christentums.
Reise / Expedition / Entdeckung
ca. 1000
Leif Eriksson erreicht nach der Überlieferung Vinland
Die mittelalterlichen Vinlandsagas verbinden Leif Eriksson mit einer Fahrt nach Vinland um das Jahr 1000. Archäologisch ist nordische Präsenz in Nordamerika gesichert, nicht jedoch die persönliche Anwesenheit Leifs an einem bestimmten Fundplatz.
Archäologischer Befund
um 1000
Nordische Siedlung L'Anse aux Meadows
Archäologische Reste belegen eine nordische Präsenz in Neufundland.
Entwicklung
ca. 1000–1050
Oslo entwickelt sich zum städtischen Zentrum
Archäologische Untersuchungen zeigen städtische Siedlungsspuren bereits um 1000. Die spätere Sagaüberlieferung schreibt Harald Hardråde eine Stadtgründung zu; seine Bautätigkeit dürfte die weitere Stadtentwicklung gefördert haben.
Kultur / Gesellschaft
11. Jahrhundert
Runenstein-Tradition in Mittelschweden erreicht Höhepunkt
Tausende Runensteine dokumentieren Erinnerung, Reisen, Christentum und soziale Netzwerke.
Schlacht / Angriff
1000
Schlacht von Svolder
Olav Tryggvason wird bei Svolder von einer Koalition besiegt; sein Tod in der Schlacht beendet seine Herrschaft in Norwegen.
Besiedlung / Migration
um 1000
Skien entwickelt sich aus einem wikingerzeitlichen Handelsplatz
Im Gebiet des heutigen Skien ist bereits vor beziehungsweise um 1000 dauerhafte Besiedlung nachweisbar. Der Handel mit Schleifsteinen aus Eidsborg gehört zu den Grundlagen, auf denen sich der Ort zu einem regionalen Handelszentrum entwickelt.
Tod
1000
Tod Olav Tryggvasons
Olav Tryggvason fällt beziehungsweise verschwindet 1000 in der Schlacht von Svolder. Sein Tod beendet seine kurze Königsherrschaft und verändert die politischen Kräfteverhältnisse in Norwegen grundlegend.
Besiedlung / Migration
ca. 1000–frühes 11. Jahrhundert
Tønsberg entwickelt zunehmend städtischen Charakter
Im Raum Tønsberg verdichten sich um 1000 und im frühen 11. Jahrhundert Siedlung, Handel und politische Funktionen. Die traditionelle Behauptung einer Stadtgründung bereits 871 ist archäologisch nicht gesichert; belastbarer ist eine schrittweise urbane Entwicklung um die Jahrtausendwende.
Besiedlung / Migration
ca. 1000
Viborg entwickelt sich zum frühen Stadt- und Thingzentrum
Um 1000 gewinnt Viborg als Siedlungs-, Handels- und Versammlungsort im jütischen Binnenland deutlich an Bedeutung. Seine Lage an wichtigen Landwegen trägt dazu bei, dass der Ort im 11. Jahrhundert zu einem zentralen politischen und wirtschaftlichen Platz Jütlands wird.
Schlacht / Angriff
1001
Feldzug nach Alton
Skandinavische Kräfte verwüsten den Süden Englands und kämpfen bei Alton gegen ein englisches Aufgebot.
Ereignis
1002
St.-Brice’s-Day-Massaker
Æthelred ordnet die Tötung von Dänen in seinem Herrschaftsbereich an.
Schlacht / Angriff
1003
Einnahme und Zerstörung Exeters
Sven Gabelbarts Heer nimmt Exeter ein und verwüstet die Stadt.
Schlacht / Angriff
1003
Plünderung von Wilton und Salisbury
Nach Exeter verwüstet Svens Heer weitere Orte in Wessex.
Schlacht / Angriff
1003–1013
Sven Gabelbarts Englandfeldzüge intensivieren sich
Sven führt wiederholte Feldzüge gegen England.
Tod
frühes 11. Jahrhundert (Sagaüberlieferung)
Tod Erik des Roten
Die Sagas setzen Eriks Tod in die frühe grönländische Siedlungsphase.
Schlacht / Angriff
1004
Plünderung und Brand von Norwich
Sven Gabelbarts Heer plündert Norwich und setzt die Stadt in Brand.
Schlacht / Angriff
1004
Plünderung und Brand von Thetford
Das Heer bricht einen Waffenstillstand und verwüstet Thetford.
Schlacht / Angriff
1004
Schlacht gegen Ulfcytel in East Anglia
Ein englisches Heer unter Ulfcytel stellt Svens Truppen nach dem Angriff auf Thetford.
Schlacht / Angriff
1006
Angriffe auf Reading und Wallingford
Das dänische Heer verwüstet Orte in Berkshire und entlang der Themserouten.
Schlacht / Angriff
1006
Einnahme von Sandwich und Verwüstung Südenglands
Eine erneute dänische Invasion nutzt Sandwich und die Isle of Wight als Ausgangspunkte.
Schlacht / Angriff
1009
Angriffe auf Sussex, Hampshire und Berkshire
Thorkells Heer verwüstet nach der Landung große Teile Südenglands.
Politik / Vertrag / Bündnis
1009
Canterbury erkauft Schonung
Canterbury zahlt eine hohe Summe, um einen unmittelbaren Angriff des Heeres abzuwenden.
Schlacht / Angriff
August 1009
Thorkells Heer landet bei Sandwich
Ein großes Heer unter Thorkell beginnt einen mehrjährigen Feldzug gegen England.
Schlacht / Angriff
1010
Angriff auf Ipswich und Schlacht gegen Ulfcytel
Thorkells Heer nimmt Ipswich und schlägt anschließend ein englisches Aufgebot.
Schlacht / Angriff
1010
Angriffe auf Bedford und Northampton
Die Angriffswelle weitet sich auf weitere mittelenglische Orte aus.
Schlacht / Angriff
1010
Brand von Oxford
Skandinavische Truppen greifen Oxford an und setzen Teile der Stadt in Brand.
Schlacht / Angriff
1010
Brände von Thetford und Cambridge
Skandinavische Truppen verwüsten erneut East Anglia und Cambridge.
Schlacht / Angriff
1011
Belagerung und Einnahme Canterburys
Thorkells Heer erobert Canterbury und nimmt Erzbischof Ælfheah gefangen.
Tod
1012
Tod Erzbischof Ælfheahs in Thorkells Heer
Der gefangene Erzbischof Ælfheah wird von Angehörigen des skandinavischen Heeres getötet.
Schlacht / Angriff
1013–1014
Sven Gabelbarts Invasion Englands
Sven Gabelbarts Invasion zwingt Æthelred zur Flucht; Sven wird 1013 als König anerkannt. Seine englische Herrschaft endet bereits 1014 mit seinem Tod.
Eroberung / Machtwechsel
1013
Sven unterwirft Northumbria und die Five Boroughs
Nordenglische und danelawische Räume erkennen Svens Herrschaft an.
Schlacht / Angriff
23. April 1014
Schlacht von Clontarf
Brian Borus Heer besiegt eine Koalition aus Leinster und nordisch geprägten Kräften Dublins.
Tod
3. Februar 1014
Tod Sven Gabelbarts
Sven Gabelbart stirbt wenige Wochen nach seiner Anerkennung als König von England. Sein plötzlicher Tod beendet die erste kurze dänische Königsherrschaft über ganz England und eröffnet den erneuten Thronkampf, in dem sein Sohn Knut später zurückkehrt.
Schlacht / Angriff
1015
Knut kehrt mit einem Invasionsheer nach England zurück
Knut beginnt den Feldzug, der ihm im folgenden Jahr die englische Krone sichern wird.
Person / Lebenszeit
1015 – 1066
Lebenszeit: Harald Hardråde
Norwegischer König mit Karriere in Rus und Byzanz; fällt bei Stamford Bridge.
Eroberung / Machtwechsel
1015
Olav Haraldsson kehrt nach Norwegen zurück
Olav beginnt die Durchsetzung seiner Königsherrschaft in Norwegen.
Religion / Christianisierung
1015–1028
Olav Haraldssons Christianisierungspolitik
Königliche Herrschaft und kirchliche Institutionalisierung werden eng miteinander verbunden.
Schlacht / Angriff
1016
Belagerung Londons durch Knut
Knuts Heer versucht wiederholt, London zu bezwingen.
Eroberung / Machtwechsel
1016
Knut erobert England
Nach dem Feldzug von 1015/16 setzt sich Knut in England durch und wird nach den Kämpfen des Jahres 1016 König von England.
Gründung
1016
Olav Haraldsson gründet Borg
Olav Haraldsson lässt 1016 am Sarpsfossen eine befestigte Kaufstadt anlegen. Borg, das spätere Sarpsborg, verbindet königliche Herrschaft, Handel, Kirche und die strategische Kontrolle des Glomma-Raums.
Schlacht / Angriff
1016
Schlacht von Assandun
Knuts Sieg über Edmund Ironside entscheidet den englischen Thronkampf.
Schlacht / Angriff
1016
Schlacht von Brentford
Englische und dänische Kräfte kämpfen im Umfeld von London und der Themse.
Schlacht / Angriff
1016
Schlacht von Otford
Edmund Ironside schlägt dänische Kräfte in Kent zurück.
Person / Lebenszeit
ca. 1018 – 1042
Lebenszeit: Hardeknut
Sohn Knuts des Großen und König von Dänemark und England.
Herrschaft / Regierungszeit
1018/1019
Knut wird König von Dänemark
Knut übernimmt nach dem Tod seines Bruders Harald II. die dänische Königsherrschaft und erweitert damit die Grundlage seines nordischen Machtkomplexes.
Person / Lebenszeit
ca. 1019 – 1076
Lebenszeit: Sven Estridsen
Dänischer König und wichtiger Gewährsmann Adams von Bremen.
Herrschaft / Regierungszeit
1022–ca. 1050
Anund Jakob regiert in Schweden
Anund Jakob folgt Olof Skötkonung und führt die christlich geprägte Königsherrschaft der Munsö-Dynastie fort. Seine Regierungszeit verbindet die frühe schwedische Reichsbildung mit den politischen Konflikten der nordischen Königreiche um Knut den Mächtigen.
Person / Lebenszeit
belegt ca. 1022–1030
Tore Hund – historisch bezeugter Häuptling
Nordnorwegischer Häuptling und Gegner Olav Haraldssons.
Person / Lebenszeit
1024 – 1047
Lebenszeit: Magnus der Gute
König von Norwegen und Dänemark, Sohn Olav Haraldssons.
Reise / Expedition / Entdeckung
1027
Knut reist nach Rom
Knuts Romreise demonstriert seine Stellung als christlicher König im europäischen Herrschaftssystem.
Reise / Expedition / Entdeckung
1028/1029
Olav Haraldsson flieht in die Rus
Nach dem Verlust seiner Macht in Norwegen flieht Olav Haraldsson über Schweden zu Jaroslav dem Weisen in die Rus. Sein Sohn Magnus bleibt dort zurück, als Olav 1030 nach Norwegen zurückkehrt.
Reise / Expedition / Entdeckung
1030
Harald Sigurdsson flieht nach Stiklestad nach Osten
Nach der Niederlage und dem Tod seines Halbbruders Olav bei Stiklestad entkommt der junge Harald Sigurdsson zunächst nach Schweden und zieht anschließend in die Rus. Damit beginnt die östliche Lebensphase des späteren Harald Hardråde.
Schlacht / Angriff
1030
Schlacht von Stiklestad
Olav Haraldsson fällt bei Stiklestad im Kampf um die Rückgewinnung Norwegens; sein Tod wird später zu einem zentralen Bezugspunkt seiner Heiligenverehrung.
Religion / Christianisierung
ab 1031
Beginn des Heiligenkults um Olav
1031 wird Olavs Leichnam erhoben und seine Heiligenverehrung institutionell gefestigt. Von einer päpstlichen Heiligsprechung im späteren Sinn sollte für diesen Vorgang nicht gesprochen werden.
Herrschaft / Regierungszeit
ca. 1031–1034
Harald Sigurdsson dient Jaroslav dem Weisen in der Rus
Harald hält sich mehrere Jahre im Herrschaftsbereich Jaroslavs des Weisen auf und sammelt dort militärische Erfahrung. Die Rus wird für ihn zum entscheidenden Bindeglied zwischen Norwegen und seinem späteren Dienst in Byzanz.
Person / Lebenszeit
ca. 1030er–1040er
Harald Hardråde in der Varägergarde
Harald dient vor seiner Königsherrschaft in byzantinischen Diensten.
Reise / Expedition / Entdeckung
1034/1035
Harald Sigurdsson erreicht Konstantinopel
Harald zieht mit Gefolgsleuten aus der Rus nach Konstantinopel und tritt in byzantinische Dienste. Aus dem norwegischen Exilanten wird damit einer der bekanntesten nordischen Krieger im Umfeld des Byzantinischen Reiches.
Herrschaft / Regierungszeit
1035
Magnus der Gute wird König von Norwegen
Olavs Sohn Magnus übernimmt die norwegische Königsherrschaft.
Tod
12. November 1035
Tod Knuts des Mächtigen
Knut der Mächtige stirbt 1035. Sein aus England, Dänemark und zeitweise Norwegen bestehendes Herrschaftsgefüge zerfällt in den folgenden Jahren, weil seine Nachfolger die verschiedenen Reiche nicht dauerhaft zusammenhalten können.
Reise / Expedition / Entdeckung
ca. 1036–1041
Ingvar der Weitgereiste – Expedition nach Osten
Eine schwedische Expedition führt weit in den Osten; Runensteine bezeugen zahlreiche Tote.
Schlacht / Angriff
1038–1041
Harald nimmt am byzantinischen Sizilienfeldzug teil
Harald und nordische beziehungsweise warägische Truppen nehmen unter dem byzantinischen Feldherrn Georgios Maniakes am Feldzug auf Sizilien teil. Haralds Beteiligung ist historisch gut begründet, auch wenn spätere nordische Überlieferungen seine persönliche Rolle ausschmücken.
Ereignis
ca. 1040er
Ingvarsteine erinnern an Ostfahrt
Runensteine erinnern an Teilnehmer der gescheiterten Ingvar-Expedition.
Person / Lebenszeit
11. Jahrhundert – nach 1081
Lebenszeit: Adam von Bremen
Chronist des Erzbistums Hamburg-Bremen und wichtige Quelle für Skandinavien.
Herrschaft / Regierungszeit
1042
Magnus der Gute wird König von Dänemark
Magnus übernimmt nach Hardeknuts Tod auch Dänemark.
Tod
8. Juni 1042
Tod Hardeknuts
Hardeknut stirbt 1042 ohne eigenen Erben. Damit endet Knuts Dynastie in England; Eduard der Bekenner übernimmt dort die Herrschaft, während Magnus der Gute in Dänemark zum König erhoben wird.
Schlacht / Angriff
1043
Schlacht auf der Lyrskov Hede
Magnus der Gute schlägt 1043 ein großes wendisches Heer auf der Lyrskov Hede südlich von Schleswig. Der Sieg festigt seine Stellung als König von Dänemark und wird in der späteren nordischen Überlieferung zu einem zentralen Ereignis seiner Herrschaft.
Reise / Expedition / Entdeckung
1043/1044
Harald kehrt aus Byzanz in die Rus zurück
Nach seinem Ausscheiden aus byzantinischen Diensten kehrt Harald zu Jaroslav dem Weisen in die Rus zurück. Dort kann er auf die während seiner Jahre im Süden erworbenen Reichtümer und politischen Verbindungen zurückgreifen, bevor er nach Skandinavien weiterzieht.
Reise / Expedition / Entdeckung
1046
Harald Hardråde kehrt nach Norwegen zurück
Nach Jahren in Rus und Byzanz kehrt Harald nach Skandinavien zurück.
Herrschaft / Regierungszeit
1046/1047
Harald Hardråde wird König von Norwegen
Harald übernimmt nach Magnus' Tod die alleinige Herrschaft.
Herrschaft / Regierungszeit
1047–1076
Sven Estridsen festigt dänische Königsherrschaft
Sven stabilisiert das dänische Königtum und fördert kirchliche Strukturen.
Tod
25. Oktober 1047
Tod Magnus' des Guten
Magnus der Gute stirbt 1047. Harald Hardråde bleibt König von Norwegen, während Sven Estridsen die dänische Königsherrschaft übernimmt; damit endet die Personalunion zwischen Norwegen und Dänemark.
Handel / Wirtschaft
11.–13. Jahrhundert
Borgundkaupangen wächst zum regionalen Handelszentrum
Auf Sunnmøre entwickelt sich Borgund aus einer Siedlung des frühen 11. Jahrhunderts zu einem bedeutenden mittelalterlichen Kaupang. Im 13. Jahrhundert besitzt der Ort dichte Bebauung, Hafenanlagen und mehrere Kirchen und dient als wichtiges Handelszentrum der Region.
Besiedlung / Migration
Mitte 11. Jahrhundert
Hamar entwickelt sich zum mittelalterlichen Kaupang
Am Mjøsa entsteht wahrscheinlich um die Mitte des 11. Jahrhunderts der mittelalterliche Kaupang von Hamar. Der Ort entwickelt sich später mit Bischofssitz, Dom und Bischofsresidenz zu einem bedeutenden kirchlichen und regionalen Zentrum.
Schlacht / Angriff
1050
Zerstörung Haithabus
Harald Hardråde greift Haithabu an; der Handelsplatz verliert weiter an Bedeutung.
Reise / Expedition / Entdeckung
1066
Harald Hardrådes Englandfeldzug
Harald erhebt Anspruch auf England und landet mit einem großen Heer.
Schlacht / Angriff
September 1066
Harald Hardrådes Landung in Nordengland
Harald Hardråde beginnt mit Tostig Godwinson seinen Englandfeldzug.
Schlacht / Angriff
1066
Schlacht von Fulford
Harald Hardråde und Tostig besiegen nordenglische Truppen.
Eroberung / Machtwechsel
1066
Schlacht von Hastings und normannische Eroberung
Die normannische Eroberung Englands verändert den nordatlantischen Macht- und Kulturraum.
Schlacht / Angriff
1066
Schlacht von Stamford Bridge
Harald Hardrådes Englandfeldzug endet bei Stamford Bridge mit der Niederlage des norwegischen Heeres und Haralds Tod.
Tod
25. September 1066
Tod Harald Hardrådes
Harald Hardråde fällt in der Schlacht von Stamford Bridge. Sein Tod beendet seinen Versuch, die englische Krone zu gewinnen, und gilt traditionell als einer der markanten Endpunkte der Wikingerzeit.
Schlacht / Angriff
1066
Zerstörung Haithabus durch Slawen
Ein slawischer Angriff besiegelt das Ende des alten Handelsplatzes.
Herrschaft / Regierungszeit
1067–1093
Olav Kyrre regiert Norwegen
Olav Kyrres lange Herrschaft ist im Vergleich zu den vorangegangenen Jahrzehnten von größerer innerer Stabilität geprägt. In seine Regierungszeit fallen die weitere kirchliche Organisation und die Entwicklung städtischer Zentren wie Bergen.
Person / Lebenszeit
1067/1068 – 1148
Lebenszeit: Ari Þorgilsson
Isländischer Gelehrter und Verfasser der Íslendingabók.
Gründung
ca. 1070
Bergen entwickelt sich zur Stadt
Unter Olav Kyrre erhält Bergen um 1070 städtischen Charakter. Am Vågen entsteht ein königlich und kirchlich gefördertes Zentrum, das sich rasch zu einem der wichtigsten Handelsplätze des mittelalterlichen Norwegens entwickelt.
Archäologischer Befund
ca. 1070
Skuldelev-Schiffe werden versenkt
Fünf Schiffe werden als Sperre im Roskilde-Fjord versenkt und zeigen unterschiedliche Schiffstypen.
Quelle / Überlieferung
ca. 1072–1075
Adam von Bremen verfasst die Gesta Hammaburgensis
Adam von Bremen verfasst seine Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum. Das Werk gehört zu den wichtigsten schriftlichen Quellen für Skandinavien im Übergang von Wikingerzeit und Mittelalter, muss aber besonders bei Berichten über vorchristliche Religion quellenkritisch gelesen werden.
Herrschaft / Regierungszeit
ca. 1079–1105
Inge der Ältere regiert in Schweden
Inge der Ältere gehört zu den zentralen schwedischen Königen der späten Christianisierungsphase. Seine Herrschaft steht für die zunehmende Verankerung des Christentums und der kirchlichen Ordnung im schwedischen Königtum.
Religion / Christianisierung
12. Jahrhundert
Gamla Uppsala wird Bischofssitz
Der alte Zentralort wird in die christliche Kirchenorganisation integriert.
Besiedlung / Migration
frühes 12. Jahrhundert
Konghelle entwickelt sich zur norwegischen Königsstadt
Konghelle am Göta älv ist bereits zuvor ein bedeutender Handelsplatz und wird im frühen 12. Jahrhundert zu einer wichtigen norwegischen Stadt und königlichen Residenz. Seine Lage macht den Ort zugleich zu einem strategischen Zentrum an der südlichen Reichsgrenze.
Reise / Expedition / Entdeckung
1102–1103
Magnus Barfuß führt seine letzte Westmeerfahrt
Magnus Barfuß zieht erneut in den Raum der Hebriden und der Irischen See. Der Feldzug zeigt, dass norwegische Könige auch nach dem traditionellen Ende der Wikingerzeit weiterhin aktiv um Herrschaft im westlichen Inselraum kämpfen.
Herrschaft / Regierungszeit
1103–1130
Sigurd Jórsalafari regiert Norwegen
Sigurd Jórsalafari regiert zunächst gemeinsam mit seinen Brüdern und später allein. Seine lange Regierungszeit verbindet die letzte Phase der nordischen Westfahrten mit Kreuzzug, kirchlicher Konsolidierung und einer vergleichsweise stabilen Königsherrschaft vor den Bürgerkriegen.
Tod
24. August 1103
Tod Magnus Barfuß' in Irland
Magnus Barfuß fällt 1103 in Irland. Mit seinem Tod endet einer der letzten großen norwegischen Versuche, eine persönliche Königsherrschaft über weite Teile der westlichen Inselwelt militärisch auszubauen.
Religion / Christianisierung
1103/1104
Erzbistum Lund gegründet
Lund wird kirchliches Zentrum für große Teile Skandinaviens.
Teile des isländischen Rechts werden erstmals systematisch schriftlich festgehalten.
Ereignis
ca. 1122–1133
Íslendingabók entsteht
Ari Þorgilsson verfasst eine frühe Geschichte Islands mit zentralen Angaben zur Besiedlung und Christianisierung.
Gründung
ca. 1125
Stavanger wird Bischofssitz und entwickelt sich zur Stadt
Um 1125 wird Stavanger Bischofssitz und der Bau der Domkirche beginnt. Bereits zuvor bestanden am Ort Siedlungs- und Handelsfunktionen; mit Bischof und Kathedrale erhält Stavanger jedoch dauerhaft städtischen und kirchlichen Charakter.
Religion / Christianisierung
1126
Garðar wird Bischofssitz der Grönländer
Mit der Ankunft Bischof Arnalds wird Garðar in der Ostsiedlung zum festen Bischofssitz der nordischen Grönländer. Damit wird die abgelegene grönländische Gesellschaft dauerhaft in die kirchliche Organisation des lateinischen Europa eingebunden.
Entwicklung
1130
Norwegischer Bürgerkriegszeitraum beginnt
Nach Sigurd Jórsalafaris Tod beginnen langwierige Thronkonflikte in Norwegen.
Herrschaft / Regierungszeit
ca. 1130–1156
Sverker der Ältere regiert in Schweden
Mit Sverker dem Älteren beginnt eine besser erkennbare hochmittelalterliche schwedische Herrschaftsphase. Seine Regierungszeit ist eng mit dem Ausbau kirchlicher Institutionen und der Konkurrenz großer Dynastien um das Königtum verbunden.
Ereignis
ca. 1130
Urnes-Stabkirche entsteht
Die Kirche verbindet christliche Architektur mit dem nach ihr benannten Urnes-Stil.
Ereignis
12.–13. Jahrhundert
Landnámabók entsteht in schriftlicher Form
Die Landnámabók ordnet Islands Besiedlung genealogisch und regional, ist aber spät überliefert.
Ereignis
12.–13. Jahrhundert
Norwegische Königssagas entstehen
Königssagas formen die literarische Erinnerung an Norwegens Herrscher.
Person / Lebenszeit
ca. 1151 – 1202
Lebenszeit: Sverrir Sigurdsson
Norwegischer König der Bürgerkriegszeit und Gegenstand der Sverris saga.
Religion / Christianisierung
1152/1153
Erzbistum Nidaros gegründet
Nidaros wird eigenständiges kirchliches Zentrum Norwegens und des Nordatlantiks.
Religion / Christianisierung
1152/1153
Hamar wird Bischofssitz
Mit der Neuordnung der norwegischen Kirche wird Hamar 1152/1153 als eigenes Bistum aus dem Osloer Bistum herausgelöst. Der bereits bestehende Kaupang wird dadurch zu einem dauerhaften kirchlichen Verwaltungszentrum des Binnenlandes.
Herrschaft / Regierungszeit
1157
Valdemar der Große wird König von Dänemark
Valdemar I. beendet einen dänischen Thronkonflikt und stärkt die Monarchie.
Person / Lebenszeit
ca. 1160 – nach 1208
Lebenszeit: Saxo Grammaticus
Dänischer Geschichtsschreiber und Autor der Gesta Danorum.
Herrschaft / Regierungszeit
1163/1164
Magnus Erlingsson wird als erster norwegischer König gekrönt
Magnus Erlingsson wird in Bergen von Erzbischof Øystein gekrönt. Es ist die erste Königskrönung in Norwegen und im nordischen Raum; zugleich werden neue Regeln zur Thronfolge und weitreichende Zugeständnisse an die Kirche verankert.
Religion / Christianisierung
1164
Erzbistum Uppsala gegründet
Uppsala wird Sitz eines eigenständigen schwedischen Erzbistums.
Eroberung / Machtwechsel
1168
Eroberung Arkona
Dänische Kräfte erobern das Heiligtum Arkona auf Rügen.
Religion / Christianisierung
1168
Zerstörung des Svantevit-Heiligtums
Die Zerstörung des Heiligtums symbolisiert die Christianisierungspolitik im südlichen Ostseeraum.
Herrschaft / Regierungszeit
1177
Sverrir wird von den Birkebeinern zum König ausgerufen
Die Birkebeiner nehmen Sverrir Sigurdsson 1177 als ihren König und Anführer an. Damit beginnt sein langjähriger Kampf gegen Magnus Erlingsson und die mit ihm verbundene kirchlich-aristokratische Machtordnung.
Person / Lebenszeit
1179 – 1241
Lebenszeit: Snorri Sturluson
Isländischer Politiker, Dichter und Autor zentraler Werke zur nordischen Überlieferung.
Schlacht / Angriff
19. Juni 1179
Schlacht auf Kalvskinnet
Sverrir und die Birkebeiner schlagen bei Nidaros die Truppen Magnus Erlingssons und Erling Skakkes. Erling fällt in der Schlacht; der Sieg verändert das Kräfteverhältnis im norwegischen Bürgerkrieg grundlegend.
Bauwerk / Monument
ca. 1180
Borgund-Stabkirche entsteht
Die Stabkirche ist ein herausragendes Beispiel mittelalterlicher norwegischer Holzarchitektur.
Herrschaft / Regierungszeit
1182–1202
Knud VI. regiert Dänemark
Knud VI. setzt die unter Valdemar dem Großen begonnene Stärkung der dänischen Königsmacht fort. Unter seiner Herrschaft wächst der dänische Einfluss im südlichen Ostseeraum und in Norddeutschland erheblich.
Schlacht / Angriff
1184
Schlacht bei Fimreite
Sverrir besiegt Magnus Erlingsson und festigt seine Herrschaft.
Herrschaft / Regierungszeit
1184
Sverrir wird König von Norwegen
Sverrir setzt sich im Bürgerkrieg durch und verändert das Verhältnis von Königtum und Kirche.
Tod
15. Juni 1184
Tod Magnus Erlingssons bei Fimreite
Magnus Erlingsson fällt beziehungsweise ertrinkt nach seiner Niederlage gegen Sverrir in der Schlacht bei Fimreite. Sein Tod macht Sverrir zum unbestrittenen König Norwegens und beendet die Herrschaftslinie Erlings.
Quelle / Überlieferung
spätes 12.–frühes 13. Jahrhundert
Saxo Grammaticus arbeitet an der Gesta Danorum
Saxo verbindet dänische Geschichte mit gelehrter und sagenhafter Überlieferung.
Schlacht / Angriff
April 1194
Schlacht bei Florvåg
Sverrir besiegt bei Florvåg nahe Bergen die Øyskjegger in einer der härtesten Seeschlachten der norwegischen Bürgerkriegszeit. Die Niederlage zerschlägt diesen Aufstand; überlebende Gegner schließen sich später teilweise den Baglern an.
Politik / Vertrag / Bündnis
1196
Die Bagler formieren sich gegen Sverrir
1196 entsteht mit kirchlicher und dänischer Unterstützung die Baglerpartei als neue organisierte Opposition gegen Sverrir und die Birkebeiner. Damit beginnt eine besonders intensive Phase der norwegischen Bürgerkriege.
Quelle / Überlieferung
13. Jahrhundert
Eddische Lieder werden in mittelalterlichen Handschriften überliefert
Eddische Dichtung wird im 13. Jahrhundert in Handschriften greifbar. Die einzelnen Lieder können deutlich älter sein, lassen sich aber nicht als ein einheitliches Verschriftlichungsereignis datieren.
Quelle / Überlieferung
ca. 1200–1220
Gesta Danorum abgeschlossen
Saxos Werk wird zu einer Hauptquelle für dänische Frühgeschichte und Sagenstoffe.
Handel / Wirtschaft
13. Jahrhundert
Visby erreicht als Ostseehandelsstadt seine Hochphase
Visby auf Gotland entwickelt sich im 13. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Knotenpunkte des Ostseehandels. Gotländische und deutsche Kaufleute verbinden hier Verkehrswege zwischen Rus, Baltikum, Skandinavien und Westeuropa.
Tod
8./9. März 1202
Tod Sverrir Sigurdssons
Sverrir stirbt 1202 in Bergen nach seiner letzten militärischen Auseinandersetzung um Tønsberg. Auf dem Sterbebett rät er seinem Sohn Håkon zu einem Ausgleich mit der Kirche.
Herrschaft / Regierungszeit
1202–1241
Valdemar II. regiert Dänemark
Unter Valdemar II. erreicht die dänische Expansion im Ostseeraum ihren Höhepunkt. Seine lange Herrschaft umfasst die Eroberung Nordestlands, den späteren Verlust großer Teile der südlichen Ostseeherrschaft und wichtige Schritte der inneren Reichsorganisation.
Person / Lebenszeit
1204 – 1263
Lebenszeit: Håkon Håkonsson
Norwegischer König der Hochphase mittelalterlicher Expansion.
Politik / Vertrag / Bündnis
1208
Frieden von Kvitsøy zwischen Baglern und Birkebeinern
Der Frieden von Kvitsøy beendet 1208 die unmittelbaren Kämpfe zwischen Baglern und Birkebeinern. Norwegen wird faktisch in getrennte Herrschaftsbereiche geteilt; bis 1217 folgt eine Phase friedlicher Koexistenz.
Person / Lebenszeit
ca. 1210 – 1266
Lebenszeit: Birger Jarl
Schwedischer Reichsverweser und zentraler Akteur der Reichskonsolidierung.
Herrschaft / Regierungszeit
1217
Hákon Hákonarson wird König von Norwegen
Hákons Herrschaft markiert das Ende der norwegischen Bürgerkriegszeit.
Schlacht / Angriff
15. Juni 1219
Schlacht bei Lyndanise und dänische Eroberung Nordestlands
Das Heer Valdemars II. besiegt bei Lyndanise im heutigen Tallinn estnische Kräfte. Der Sieg begründet die dänische Herrschaft über Nordestland; die viel später überlieferte Erzählung vom vom Himmel gefallenen Dannebrog gehört dagegen in den Bereich der Legende.
Quelle / Überlieferung
ca. 1220er Jahre
Egils saga entsteht
Die Egils saga wird gewöhnlich in das frühe 13. Jahrhundert, häufig in die 1220er Jahre, datiert; ihre Autorschaft ist nicht sicher.
Quelle / Überlieferung
ca. 1220
Snorri Sturluson verfasst die Edda
Snorri Sturluson verfasst die Prosa-Edda; zu ihren zentralen Teilen gehören Gylfaginning und Skáldskaparmál, die Mythologie und Dichtersprache systematisch behandeln.
Entwicklung
ca. 1220–1262
Sturlungenzeit auf Island
Machtkämpfe isländischer Häuptlingsfamilien destabilisieren das Commonwealth.
Schlacht / Angriff
22. Juli 1227
Schlacht bei Bornhöved
Valdemar II. unterliegt bei Bornhöved einer Koalition norddeutscher Gegner. Die Niederlage beendet den Versuch, die zuvor verlorene dänische Vormachtstellung südlich der Ostsee wiederherzustellen, und markiert das Ende der valdemarischen Expansion in Norddeutschland.
Quelle / Überlieferung
ca. 1230
Snorri arbeitet an der Heimskringla
Snorri Sturluson arbeitet an der Heimskringla, einer großen Sammlung von Königssagas zur Geschichte der norwegischen Herrscher.
Person / Lebenszeit
1238 – 1280
Lebenszeit: Magnus Lagabøte
Norwegischer König, bekannt für umfassende Gesetzesreformen.
Person / Lebenszeit
ca. 1240 – 1290
Lebenszeit: Magnus Ladulås
Schwedischer König, der Adel und Königsherrschaft neu ordnete.
Tod
24. Mai 1240
Skule Bårdssons Tod beendet die norwegische Bürgerkriegszeit
Nach seinem gescheiterten Aufstand gegen Håkon Håkonsson wird Skule Bårdsson 1240 bei Elgeseter in Nidaros getötet. Sein Tod gilt als Ende der seit 1130 andauernden norwegischen Bürgerkriegszeit.
Tod
1241
Snorri Sturluson wird getötet
Snorri wird in Reykholt auf Befehl des norwegischen Königs getötet.
Schlacht / Angriff
1247
Schlacht von Sparrsätra
Der Sieg der Königsmacht schwächt oppositionelle Gruppen in Schweden.
Herrschaft / Regierungszeit
ca. 1248–1266
Birger Jarl prägt schwedische Reichsbildung
Birger Jarl stärkt Zentralgewalt, Recht und Ostseeorientierung Schwedens.
Quelle / Überlieferung
13./14. Jahrhundert
Eiríks saga rauða entsteht
Die Eiríks saga rauða gehört zur mittelalterlichen Vinland-Überlieferung. Ihre genaue Entstehungszeit ist unsicher; überliefert ist sie in Handschriften um 1300 und um 1400.
Quelle / Überlieferung
13. Jahrhundert
Grænlendinga saga entsteht
Die Grænlendinga saga entstand im 13. Jahrhundert und ist eine zentrale, aber zeitlich deutlich spätere Quelle für die Vinlandfahrten.
Handel / Wirtschaft
13.–14. Jahrhundert
Hanseatischer Einfluss in Bergen wächst
Deutsche Kaufleute gewinnen zentrale Bedeutung im norwegischen Stockfischhandel.
Besiedlung / Migration
13. Jahrhundert
Schwedische Herrschaft in Finnland verdichtet sich
Im 13. Jahrhundert verdichten sich schwedische Herrschafts- und Kirchenstrukturen in Teilen Finnlands. Eine einzelne, sicher belegte 'erste Kreuzzugsexpedition' um 1155 wird nicht als historischer Ausgangspunkt gesetzt.
Handel / Wirtschaft
13.–14. Jahrhundert
Skånemarkt erreicht seine hochmittelalterliche Blüte
Die saisonalen Heringsmärkte an der schonischen Küste gehören im 13. und 14. Jahrhundert zu den bedeutendsten Handelsplätzen Nordeuropas. Kaufleute aus den deutschen Ostseestädten gewinnen dort erheblichen Einfluss.
Gründung
1252
Stockholm wird urkundlich erwähnt
Eine Urkunde von 1252 enthält eine frühe sichere Nennung Stockholms.
Bauwerk / Monument
ca. 1261
Håkonshallen wird in Bergen vollendet
Unter Håkon Håkonsson entsteht in Bergen die große steinerne Königshalle, die 1261 bei der Hochzeit seines Sohnes Magnus genutzt wird. Sie veranschaulicht Bergens Stellung als wichtigste königliche Residenzstadt des norwegischen Hochmittelalters.
Politik / Vertrag / Bündnis
1262–1264
Gamli sáttmáli – Island unter norwegischer Krone
Isländische Häuptlinge erkennen schrittweise den norwegischen König an.
Reise / Expedition / Entdeckung
1263
Hákon Hákonarsons Schottlandfeldzug
Norwegen versucht seine Herrschaft über die westlichen Inselgebiete zu behaupten.
Schlacht / Angriff
1263
Schlacht von Largs
Norwegische und schottische Kräfte treffen bei Largs aufeinander.
Tod
1263
Tod Hákon Hákonarsons
Hákon stirbt auf Orkney nach dem Schottlandfeldzug.
Tod
21. Oktober 1266
Tod Birger Jarls
Birger Jarl stirbt 1266 nach fast zwei Jahrzehnten als entscheidender Gestalter der schwedischen Reichspolitik. Unter ihm wurden königliche Zentralgewalt, Rechtsordnung und die politische Ausrichtung auf den Ostseeraum nachhaltig gestärkt.
Politik / Vertrag / Bündnis
1266
Vertrag von Perth
Norwegen tritt die Hebriden und Isle of Man an Schottland ab.
Quelle / Überlieferung
ca. 1270
Codex Regius der Lieder-Edda geschrieben
Der Codex Regius bewahrt einen zentralen Bestand eddischer Dichtung; darunter Hávamál, Völuspá, Grímnismál, Lokasenna, Þrymskviða und Skírnismál.
Recht / Gesetzgebung
1271
Járnsíða auf Island eingeführt
Norwegisches Königsrecht ersetzt Teile der älteren isländischen Rechtsordnung.
Religion / Christianisierung
1273
Bischofssitz wird nach Östra Aros/Uppsala verlegt
Der Erzbischofssitz wird vom alten Uppsala in die wachsende Stadt verlegt.
Recht / Gesetzgebung
1274
Magnus Lagabøtes Landslov
Ein reichsweit geltendes norwegisches Gesetzbuch stärkt die königliche Rechtsordnung.
Herrschaft / Regierungszeit
1275–1290
Magnus Ladulås regiert Schweden
Nach dem Sieg bei Hova übernimmt Magnus Ladulås die schwedische Königsherrschaft. Seine Regierungszeit ist mit der Neuordnung des Verhältnisses zwischen Krone und bewaffnetem Adel sowie einer stärkeren institutionellen Königsmacht verbunden.
Eroberung / Machtwechsel
1275
Schlacht von Hova
Magnus Ladulås besiegt König Valdemar und übernimmt die schwedische Herrschaft.
Handel / Wirtschaft
spätes 13.–14. Jahrhundert
Bergen wird Zentrum des hansischen Norwegenhandels
Vom späten 13. Jahrhundert an konzentrieren niederdeutsche Kaufleute einen immer größeren Teil des norwegischen Exporthandels in Bergen. Im 14. Jahrhundert verfestigt sich daraus das später als Kontor bekannte hansische Handelsmilieu am Bryggen.
Herrschaft / Regierungszeit
1280–1299
Eirik II. Magnusson regiert Norwegen
Eirik II. folgt Magnus Lagabøte auf den norwegischen Thron. Seine Regierungszeit steht im Zeichen von Konflikten mit Kirche und Hansekaufleuten sowie der Fortführung der gefestigten mittelalterlichen Monarchie.
Quelle / Überlieferung
spätes 13. Jahrhundert
Njáls saga entsteht
Die Saga verarbeitet Ereignisse des 10. und 11. Jahrhunderts in literarischer Form.
Tod
9. Mai 1280
Tod Magnus Lagabøtes
Magnus Lagabøte stirbt 1280 in Bergen. Seine Herrschaft bleibt besonders durch die umfassende Vereinheitlichung des norwegischen Rechts geprägt; ihm folgt sein Sohn Erik Magnusson.
Recht / Gesetzgebung
1281
Jónsbók auf Island angenommen
Jónsbók wird zur langlebigen Grundlage des isländischen Rechts.
Tod
18. Dezember 1290
Tod Magnus Ladulås'
Magnus Ladulås stirbt 1290. Sein minderjähriger Sohn Birger Magnusson folgt ihm als schwedischer König, während eine Regentschaft zunächst die Regierung führt.
Herrschaft / Regierungszeit
1299–1319
Håkon V. Magnusson regiert Norwegen
Håkon V. stärkt die königliche Verwaltung und verlagert den politischen Schwerpunkt des Reiches stärker nach Südosten. Oslo und Akershus gewinnen unter ihm besondere Bedeutung; mit seinem Tod endet 1319 die direkte männliche Linie der Sverre-Dynastie.
Herrschaft / Regierungszeit
um 1300
Oslo wird königlicher Regierungsmittelpunkt Norwegens
Unter Håkon V. gewinnt Oslo um 1300 dauerhaft an Bedeutung als königlicher Regierungsmittelpunkt. Der Ausbau von Akershus und die stärkere Präsenz von Hof und Verwaltung verschieben das politische Gewicht Norwegens nach Südosten.
Politik / Vertrag / Bündnis
1304–1310
Schwedische Brüderkriege erschüttern das Reich
Die Auseinandersetzungen zwischen König Birger Magnusson und seinen Brüdern Erik und Valdemar führen zu wechselnden Bündnissen, Reichsteilungen und militärischen Konflikten und schwächen die schwedische Königsmacht.
Bauwerk / Monument
1308
Bohus wird als königliche Grenzfestung errichtet
König Håkon V. lässt 1308 auf Bagaholmen am Göta älv die Festung Bohus anlegen. Sie entwickelt sich zu einem zentralen norwegischen Stützpunkt an der Grenze zu Schweden und Dänemark.
Person / Lebenszeit
1316 – 1374
Lebenszeit: Magnus Eriksson
König von Schweden und Norwegen; verbunden mit Rechtsreformen und Personalunion.
Politik / Vertrag / Bündnis
Dezember 1317
Nyköpings Gastmahl
König Birger Magnusson lässt seine Brüder Erik und Valdemar während eines Gastmahls auf Nyköpingshus festsetzen. Ihr späterer Tod löst einen Aufstand gegen Birger aus und bereitet den Machtwechsel von 1319 vor.
Herrschaft / Regierungszeit
1319
Magnus Eriksson wird König von Schweden und Norwegen
Eine Personalunion verbindet die beiden Königreiche unter Magnus Eriksson.
Tod
8. Mai 1319
Tod Håkon V. Magnussons
Mit Håkon V. stirbt 1319 der letzte norwegische König aus der Sverre-Dynastie in direkter männlicher Linie. Sein Enkel Magnus Eriksson erbt Norwegen und wird zugleich zum schwedischen König gewählt.
Person / Lebenszeit
ca. 1320 – 1375
Lebenszeit: Waldemar IV. Atterdag
Dänischer König, der königliche Macht wiederherstellte und Gotland eroberte.
Naturereignis / Katastrophe
1349
Schwarzer Tod erreicht Norwegen
Die Pest verursacht massive Bevölkerungsverluste und langfristige gesellschaftliche Folgen.
Handel / Wirtschaft
Mitte 14. Jahrhundert
Die Hanse formiert sich als Städtebund
Aus älteren Kaufmanns- und Städteverbindungen verdichtet sich im 14. Jahrhundert die Hanse zu einem politischen und wirtschaftlichen Städteverbund. Für Skandinavien prägt sie besonders den Handel in Bergen, Schonen und den Ostseehäfen.
Entwicklung
Mitte 14. Jahrhundert
Grönländische Westsiedlung verschwindet
Die Westsiedlung wird im 14. Jahrhundert aufgegeben; Ursachen sind nicht eindeutig.
Quelle / Überlieferung
14. Jahrhundert
Ivar Bárðarsons Bericht über Grönland
Der Bericht liefert wichtige Nachrichten zur spätmittelalterlichen grönländischen Siedlung.
Recht / Gesetzgebung
ca. 1350
Magnus Erikssons Landslag
Ein allgemeines Landrecht vereinheitlicht wesentliche Teile der schwedischen Rechtsordnung.
Naturereignis / Katastrophe
ca. 1350
Pest in Dänemark
Die europäische Pestpandemie erreicht Dänemark und verändert Gesellschaft und Wirtschaft.
Naturereignis / Katastrophe
1350
Pest in Schweden
Die Pestwelle trifft auch Schweden mit schweren demografischen Folgen.
Person / Lebenszeit
1353 – 1412
Lebenszeit: Margarete I.
Herrscherin, die die skandinavischen Reiche politisch zusammenführte.
Schlacht / Angriff
1361
Schlacht von Visby
Gotländische Bauern werden vor Visby von Waldemars Heer geschlagen.
Eroberung / Machtwechsel
1361
Waldemar IV. erobert Gotland
Dänemark nimmt Gotland und Visby nach militärischem Feldzug ein.
Politik / Vertrag / Bündnis
1367–1370
Hanse gegen Dänemark
Die Kölner Konföderation führt Krieg gegen Waldemar IV.
Politik / Vertrag / Bündnis
1370
Frieden von Stralsund
Der Frieden stärkt den politischen und wirtschaftlichen Einfluss der Hanse.
Tod
1. Dezember 1374
Tod Magnus Erikssons
Magnus Eriksson stirbt 1374 nach Jahren im norwegischen Exil. Seine lange Herrschaft hatte Schweden und Norwegen zeitweise in Personalunion verbunden und war von Rechtsreformen, inneren Konflikten und der Pest geprägt.
Herrschaft / Regierungszeit
1375
Margarete wird Regentin in Dänemark
Margarete sichert die Nachfolge ihres Sohnes Olaf und baut ihre Machtstellung aus.
Tod
24. Oktober 1375
Tod Waldemars IV. Atterdag
Waldemar IV. stirbt 1375 ohne überlebenden Sohn. Der folgende dänische Erbfolgestreit eröffnet seiner Tochter Margarete und ihrem Sohn Olav den Weg zur späteren Vereinigung der nordischen Reiche.
Herrschaft / Regierungszeit
1376
Olav Håkonsson wird König von Dänemark
Der minderjährige Olav, Sohn Margaretes und Håkons VI., wird 1376 zum König von Dänemark gewählt. Margarete führt für ihn die Regierung und baut damit ihre zentrale politische Stellung in Skandinavien aus.
Besiedlung / Migration
spätes 14. Jahrhundert
Die Ostsiedlung Grönlands besteht im späten 14. Jahrhundert fort
Während die grönländische Westsiedlung bereits verschwunden ist, besteht die größere Ostsiedlung im späten 14. Jahrhundert weiterhin. Schriftliche und archäologische Zeugnisse zeigen, dass die nordische Gemeinschaft noch bis in das frühe 15. Jahrhundert existiert.
Herrschaft / Regierungszeit
1380
Olav Håkonsson wird König von Norwegen
Nach dem Tod seines Vaters Håkon VI. wird Olav 1380 auch König von Norwegen. Dänemark und Norwegen werden dadurch in Personalunion verbunden, die in unterschiedlichen Formen mehr als vier Jahrhunderte fortbestehen wird.
Herrschaft / Regierungszeit
1387
Margarete übernimmt die Regierung in Dänemark
Nach dem Tod ihres Sohnes Olav wird Margarete 1387 in Dänemark als regierende Herrscherin anerkannt. Im folgenden Jahr wird ihre Stellung auch in Norwegen bestätigt; damit entsteht die Grundlage für ihre spätere Herrschaft über alle drei nordischen Reiche.
Tod
3. August 1387
Tod Olav Håkonssons
Olav Håkonsson stirbt 1387 noch jung und ohne Nachkommen. Margarete übernimmt daraufhin in Dänemark und Norwegen die Herrschaft in eigenem politischen Recht und kann ihren Einfluss anschließend auf Schweden ausdehnen.
Eroberung / Machtwechsel
1388
Margarete übernimmt Norwegen
Margarete wird als Herrscherin Norwegens anerkannt.
Herrschaft / Regierungszeit
1389–1396
Erik von Pommern wird in den nordischen Reichen als König anerkannt
Margaretes Großneffe Erik von Pommern wird schrittweise als König von Norwegen sowie später von Dänemark und Schweden anerkannt. Margarete behält jedoch bis zu ihrem Tod die maßgebliche politische Führung.
Schlacht / Angriff
24. Februar 1389
Schlacht bei Åsle
Margaretes Truppen besiegen bei Åsle nahe Falköping den schwedischen König Albrecht von Mecklenburg und nehmen ihn gefangen. Damit fällt auch die tatsächliche Herrschaft über Schweden an Margarete.
Politik / Vertrag / Bündnis
1397
Kalmarer Union
In Kalmar werden 1397 Erik von Pommern zum gemeinsamen König gekrönt und die politische Verbindung Dänemarks, Norwegens und Schwedens als Kalmarer Union feierlich bekräftigt. Margaretes Herrschaft über die drei Reiche seit 1389 bildet die politische Voraussetzung, ist aber nicht mit der formellen Unionsbegründung gleichzusetzen.
Quelle / Überlieferung
16. September 1408
Hochzeit in Hvalsey – letztes schriftliches Lebenszeichen aus dem nordischen Grönland
In der Kirche von Hvalsey heiraten 1408 die Isländer Þorsteinn Ólafsson und Sigríður Björnsdóttir. Die später in Island überlieferte Nachricht über die Hochzeit gilt als letztes erhaltenes schriftliches Zeugnis aus der nordischen Grönlandsiedlung; archäologisch kann die Besiedlung noch länger fortbestanden haben.
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Eine Jahreszahl ist nur ein Punkt.Erst ihr Platz in der Geschichte macht sie verständlich.
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